Erfahrungsbericht: Erasmus in Rom

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Iris Maurer, die das Wintersemester 2012/2013 an unserer italienischen Partneruniversität in Rom verbracht hat. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unsere Seite für Auslandsaufenthalte vorbei.

Benvenuto a Roma
Ich habe mich für ein Semester Erasmus in Rom entschieden, da ich in der Schule schon Italienisch gelernt habe, mich das Land unheimlich interessiert, ich dessen Essen und Kultur mag und einmal in einer Großstadt leben wollte. 🙂 Ich bin 2 Wochen vor Beginn der Vorlesungen angereist um an einem 2 wöchigen Intensivsprachkurs teilzunehmen und eine Wohnung zu suchen. Das war recht geschickt, da man in dem Sprachkurs schon viele Erasmusstudenten kennengelernt hat. Da das Wetter noch warm war konnte man die Wochenenden dann beispielsweise gemeinsam am Strand (1 Stunde Fahrt aus der Stadt) verbringen.

strand

Uni und Vorlesungen
Die Universität Tor Vergata liegt leider sehr weit außerhalb der Stadt Rom. Will man also in der Stadt wohnen, sollte man auf jeden Fall circa 40 Minuten Fahrzeit zur Uni einrechnen.
Die meisten Italiener fahren mit dem Auto. Die Busanbindungen dorthin sind jedoch auch sehr gut. Die Facoltà di Scienza – unser Partnerinstitut – war früher einmal ein altes Fabrikgebäude. Dementsprechend trist sieht sie aus und ist auch die Ausstattung.

uni

Meinen Stundenplan hatte ich ungefähr 2 Wochen nach Beginn des Semesters endlich fertig gestellt, nachdem man wusste welche Kurse überhaupt im Semester stattfinden und für Erasmusstudenten machbar sind. Einen Englischkurs, den ich belegen wollte, fand bis heute nicht statt – zu wenig Geld dafür. Die meisten Kurse gehen über ein ganzes Jahr. Deshalb muss man mit dem Koordinator absprechen, ob man den Kurs für ein Semester trotzdem belegen kann und ob es für Erasmusstudenten eine extra Prüfung gibt. Man bekommt an dieser Fakultät leider einen italienischen Betreuer/Tandempartner zugewiesen, weshalb man anfangs weitesgehend auf sich alleine gestellt ist. Professoren, Erasmusbeauftragte und Kommilitonen kann man jedoch jederzeit fragen.

Die Kurse, die ich belegt hatte, waren alle auf Italienisch. Es ist also sinnvoll Grundkenntnisse der italienischen Sprache zu haben. Englisch wird nicht viel gesprochen, vor allem auch nicht von den italienischen Kommilitonen. Viele der Kurse bestehen aus einem theoretischen und praktischen Teil, was mir gefallen hat. Die Kursgröße reicht von 10 – 30 Leuten. Klausuren sind vorwiegend mündlich und am Ende des Semester. Es werden aber auch schon während des Semesters oft „kleinere Zwischenprüfungen“ gehalten. Das betrifft vor allem Kurse, die über ein ganzes Jahr dauern.

Stadt, Land, Leute und Kultur

Für mich war es eine ganz neue Erfahrung in eine Stadt wie Rom zu kommen. Es ist eine riesige Stadt mit unheimlich vielen Sehenswürdigkeiten. An jeder Ecke findet man etwas Neues zu entdecken und auch nach einem halben Jahr hier ist es für mich immer wieder beeindruckend. Ich habe regelmäßig an Stadtführungen teilgenommen, die von einer Erasmusorganisation angeboten wurden. Dadurch hat man immer wieder neue Leute und Neues der Stadt kennengelernt. Ich selbst musste mich erstmal an den hektischen und lauten Straßenverkehr, die öffentlichen Verkehrsmittel und die Wartezeiten des römischen Lebens gewöhnen. Fahrpläne für Busse gibt es praktisch nicht. Man muss also solange warten bis der nächste Bus kommt und hoffen, dass das dann auch noch der Richtige ist. Wenn man über die Straße will, muss man einfach drauf losrennen, in der Hoffnung dass die kommenden Blechlawinen einen nicht überrollen. Eine rote Ampel ist auch nur eine Art Empfehlung. Aber mit all dem kommt man nach einer Zeit zurecht und inzwischen finde ich es sogar richtig praktisch.

moped

Insgesamt ist es, wie auch in der Uni, von Vorteil Italienisch zu sprechen um sich zu verständigen beziehungsweise um ins Gespräch mit anderen Italienern zu kommen.
Das ist in der Regel nicht allzu schwer, denn Italiener teilen sich gerne immer und überall mit, ob beim Caffè trinken oder im Supermarkt. Für einen Caffè – damit ist hier immer Espresso gemeint – an der Bar zahlt man zwischen 70-90 Cent…will man sich aber dazu hinsetzen, muss man tiefer in die Tasche greifen. Italiener kann man aber auch bei Social Tandem Meetings kennenlernen, die wöchentlich von der Erasmusorganisation organisiert werden. Es wird in Rom nicht langweilig – jeden Abend findet ein anderes Erasmusevent statt. Die Organisation bietet auch mehrere günstige Wochenendausflüge an, z.B. nach Verona, zum Karneval nach Venedig, nach Florenz und viele weitere Städte. Ein Erasmussemester in Rom hat jedenfalls meiner Meinung für jeden etwas zu bieten. Egal ob es die vielen Sehenswürdigkeiten sind, ein Besuch beim Papst oder ein Fußballspiel. Das kann selbst für Nicht-Fußballfans zusammen mit hunderten Italienern zum Erlebnis werden.

colloseo

Planung

Nach der Bewerbung habe ich kurze Zeit später eine Zusage auf einen Platz bekommen und mich über das Internet an der Universität Tor Vergata angemeldet. Man erhält von dem Referat für internationale Angelegenheit einige Broschüren und einen Wegweiser, der hilfreich für die weitere Vorgehensweise ist. Um alles Weitere habe ich mich in Rom gekümmert. Wie schon erwähnt bin ich 2 Wochen vor Beginn der Vorlesungen angereist um an einem Sprachkurs teilzunehmen und eine Wohnung zu suchen. Das hat sich als nicht sehr einfach erwiesen, denn ich wollte in der Stadt wohnen und nicht allzu weit weg von der Uni. Außerdem sind die Mieten in Rom sehr hoch. Nach einer Woche im Hostel habe ich eine schöne, zentrale Wohnung gefunden, die ich mir mit 2 Italienerinnen teile. Dadurch muss man die Sprache auch zu Hause sprechen. Im Nachhinein würde ich den vielen Facebookgruppen „Erasmus Rom“/… vor meinem Aufenthalt beitreten. So erhält man hilfreiche Informationen und es ist vermutlich einfacher eine passende Wohnung von anderen Erasmusstudenten zu finden und zu übernehmen.

Fazit

Insgesamt war das für mich mein bestes Semester und ich würde jederzeit wieder nach Rom gehen. Ich habe sowohl eine schöne Stadt als auch sehr tolle Menschen aus aller Welt kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Ich bin das erste Mal in meinem Leben Roller gefahren – wo könnte man das nicht besser als in Italien? Außerdem lernt man geduldiger zu werden, denn zu spät kommen ist üblich und Warten muss man ja eh überall.  Egal ob auf den Bus, um bei Ämtern etwas zu beantragen oder auf Professoren.
Wenn man Glück hat kommen sie nach einer Weile, wenn nicht dann hat man eben umsonst gewartet. Jedoch habe ich gehört, dass es bei der Facoltà di Scienza noch um einiges organisierter ist als an anderen Fakultäten. Ein Auslandssemster ist aus meiner Sicht unbedingt empfehlenswert. Am Ende gilt es nur noch eine Münze in den Trevibrunnen zu werfen, dass einer Rückkehr nach Rom nichts im Wege steht 😉

vatikan

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