Ehemaligenportrait: Dominik Adreansky

dominik_adreanskyDominik Adreansky hat im Wintersemester 2003 den Studiengang Medieninformatik aufgenommen. Aktuell arbeitet er als Solution Designer und Technical Client Specialist bei einem großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Hier erzählt er uns von seinem Werdegang als Medieninformatiker.

 

 

Blog: Hallo Dominik! Wie verlief dein Studium der Medieninformatik?
Dominik: Ich habe mit dem Studium 2003 im Wintersemester angefangen nach dem ich mein Heimatland Slowakei für das Studium verlassen habe. Da ich schon in der Slowakei die Deutsche Hochschulreife abgeschlossen habe, konnte ich mich mit dem Titel „Bildungsinländer“ an der LMU bewerben und der NC war gut genug. Nach dem ich Medieninformatik angefangen habe wollte ich auch nicht mehr wechseln. Im Grundstudium war das noch nicht gerade aufregend, vor allem Diskrete Strukturen und Statistik hätte ich es sein lassen sollen ? Oh und BWL als Nebenfach, naja ich bin eher ein Techniker also Spaß war es nicht gerade. Im Hauptstudium ging es dann aber richtig los. Smart Graphics, HCI, Betriebssysteme, Security kann ich nicht alles aufzählen aber damals war es alles so spannend. Es hatte aber auch einen Haken, BWL als Nebenfach ?

Blog: Wie lange hast du studiert?
Dominik: Oh man, die Dauer meines Studium, das war ein einziges Abenteuer. Eigentlich habe ich fast 15 Semester gebraucht. Und ich musste eine Verlängerung der Regelstudienzeit beantragen. Aber nicht weil das Studium so anstrengend wäre, sondern weil ich während des Studiums Vater geworden bin und eigentlich nicht wusste, dass man „Elternzeit“ auf für die Studienzeit beantragen kann. Und dann habe ich einfach mal 3 Semester etwas schleifen lassen und habe mit um die Familie gekümmert und mehr gearbeitet als Studiert. Und am Ende wurde es knapp mit der Zeit, aber glücklicherweise konnten die Verantwortlichen meine damalige Situation verstehen und haben mit 2 zusätzliche Semester bewilligt und dann habe ich Gas gegeben und habe auch alles geschafft.

Blog: Wo arbeitest du derzeit und in welcher Branche ist dieses Unternehmen tätig?
Dominik: Ich arbeite aktuell als Solution Designer und Technical Client Specialist bei einem großen Wirtschafsprüfungsunternehmen das weltweit etwa 200 000 Mitarbeite beschäftigt. Meine Aufgabe ist einfach beschrieben zu jedem Wunsch eine mögliche Lösung zu designen, Kosten zu schätzen, das notwendige Know-How zu erlernen und letztendlich die Implementierung der Lösung. Der zweite Teil meines Jobs ist, naja wie würde ich es am besten sagen, weißt man etwas nicht, fragt man Dominik der wird es schon wissen oder rausfinden ? Und deswegen beschäftige ich mit eigentlich mit jedem Bereich der IT ob es Server, Clients, Netzwerke, Betriebssysteme, Security, Videokonferenzsysteme, VoIP, Websitedesign oder Coding ist. Der Hauptfokus liegt bei mir aber bei Clientcomputern und Security. Und ja es heißt viele Arbeitsstunden. Ich müsste die nicht machen, also nicht mehr als 40 die Woche, aber ich kann nicht fertige Arbeit nicht liegen lassen also sind es eher 50-60 die Woche. Am Wochenende wird aber nicht gearbeitet und zuhause nur wenn Frau in der Arbeit ist und meine Tochter im Bett. Ansonsten gibt es Family und Sport und Natur als Ausgleich, damit man nicht verrückt wird ?
Ach ja das gibt es noch was, man kommt ganz schön rum in der Weltgeschichte.

Blog: Erzähl uns ein wenig über deine letzten Projekte?
Dominik: Mein letztes Projekt das fertig geworden ist war die deutschlandweite Einführung von Videokonferenzsystemen. Also angefangen vom Design, Netzwerk- und Gebäudeinfrastrukturen bis zum Aufbau der Geräte, Konfiguration, Testing , Dokumentation und Betriebsübergabe. Das Ganze hat sich über ein ganzes Jahr erstreckt und eigentlich hatte ich über die Technologie am Anfang eigentlich nur marginale Kenntnisse. Im Moment kann ich nachts wahrscheinlich sämtliche mögliche Konfigurationen auf dem Ärmel schütteln. Aber das ist das Schöne an der Arbeit, man lernt so unheimlich viel in der Praxis.

Blog: Was verdient man in deiner Position durchschnittlich?
Dominik: Etwas schwere Frage aber im Bereich 2400 – 2700 (brutto) je nach dem was man so vorzuweisen hat.

Blog: Hast du für unsere Leser eine nette Anektode aus deiner Studienzeit?
Dominik: Ich werde eigentlich nie vergessen wie ich immer im Grundstudium nach der Nachtschicht beim McDonalds mit einem Becher voller Smarties in der ersten Reiche bei Mathevorlesungen gegen den Schlaf kämpfen musste. Und der liebe Professor hat immer alle Tafeln (die großen Tafeln – 4 Stück) 5-mal mit irgendwelchen Beweisen vollgeschrieben hat. Bin mit dem Abschreiben nie hinterher gekommen und habe es nach dem ersten Semester sein lassen. Die Übungen mit den Tutoren haben es alles kompensiert.

Blog: Was ist dir in nicht so guter Erinnerung geblieben?
Dominik: Eigentlich nur eine Sache, und da muss ich ehrlich sein: BWL. Ich habe es gehasst 🙂

Blog: Worüber hast du damals deine Abschlussarbeit geschrieben?
Dominik: Ich habe eine Erweiterung für Firefox geschrieben die dem Benutzer helfen sollte die Sicherheitsaspekte seiner aktuellen Verbindung zum Server (Webseite) zu überprüfen ohne genaue Kenntnisse über die zugrundeliegende Technologie haben zu müssen. Im Prinzip hat die Erweiterung die Ampelfarben genutzt um dem Benutzer zu signalisieren wie hoch das potenzielle Risiko ist, und wenn man wollte, gab es Detailinfos dazu.
Ich glaube Security Awareness ist in der heutigen Zeit wichtiger geworden denn je. Und da viele Menschen die Technologie nicht verstehen und wahrscheinlich auch nie verstehen werden um das Risiko im Netz korrekt bewerten zu können, müssen wir immer präventive Maßnahmen für diese Art der Nutzer implementieren.

Blog: Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag?
Dominik: In dem Berufsleben habe ich verstanden, wozu Universitäten gut sind und was man dort lernen sollte. Und glücklicherweise habe ich genau das mitgenommen. Auf einer Seite kriegt man theoretische Kenntnisse, Prinzipien und Technologien vorgestellt. Lernen muss man aber selbst. Im Beruf kommt das Anwenden. Und man kann eigentlich im Enterprise nicht viel mit theoretischem Wissen anfangen. Und hier kommt die Uni ins Spiel. Ich habe doch gelernt wie man sich Wissen erarbeitet. Und ich verstehe die Technologie. Also werde ich mit wenig Aufwand auch die Praxis bewältigen. Und das Lernen wird nie aufhören.

Blog: Welchen persönlichen Ratschlag kannst du unseren derzeitigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Dominik: Ich persönlich, würde jedem spätestens mit dem Anfang des Hauptstudiums raten Arbeiten zu gehen als Praktikant, Werkstudent usw. Diese Praxiserfahrung im Unternehmen ist später unbezahlbar. Und das Geld ist auch schön ? Vor allem aber kann man das Studium dann auch praxisrelevant steuern und sich evtl. doch die eine oder andere Vorlesung dazu nehmen die man eigentlich gar nicht wollte.

Blog: Wie verlief dein Einstieg ins Berufsleben und was macht für dich eine erfolgreiche Suche nache einem Beruf aus?
Dominik: Ich war bei dem Unternehmen bei dem ich aktuell arbeite als Werkstudent eingestellt, zwei Jahre lang, und dann wurde jemand gebraucht der Betriebssysteme und Security versteht. Und eigentlich habe ich mich nicht beworben, habe aber die Leitung der entsprechenden Gruppe sofort nach dem Studium übertragen bekommen. Das war schön so geschätzt zu werden.
Grundsätzlich ist aber beim Jobeinstieg wichtig zu wissen was man kann, wie schnell man in der Lage ist etwas Neues zu erlernen und nur in äußersten Fällen zugeben dass man kein Plan hat. Man soll einfach Gutes tun und darüber sprechen.
Ach ja vielleicht noch etwas, man würde nicht glauben wie viel Praxiswissen man im User Support einer Firma nach der Uni mitnehmen kann.

Blog: Vielen Dank für das ausführliche Interview, deine Erinnerungen und Erfahrungen! Alles Gute weiterhin auf deinem Berufsweg.

Seid ihr auch ehemalige Studenten unseres Studiengangs, oder kennt ihr jemanden dessen Portrait in dieser Kategorie unbedingt noch fehlt, dann mailt uns.

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