Erfahrungsbericht: Ein Semester in Helsinki

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Daniel Buschek, der das Sommersemester 2013 in Helsinki verbracht hat. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unserer Seite für Auslandsaufenthalte vorbei. Ansprechpartner für Helsinki finden sich am Ende dieses Artikels.

buschek_helsinki_img_01Für meine Masterarbeit besuchte ich von April bis Mitte August 2013 das „Helsinki Institute for Information Technology“ (HIIT) / Aalto University in Finnland. Hier berichte ich von meinen Erlebnissen in und um Helsinki.

Helsinki

Helsinki hat etwa 600.000 Einwohner und ist Finnland-typisch in die Natur eingebettet. So gibt es viele Parks und Grünflächen, die im Sommer gerne für Picknicks genutzt werden. Attraktiv sind auch die Küste und die unzähligen vorgelagerten Inselchen. Diese lassen sich mit öffentlichem Schiffsverkehr gut erreichen; innerhalb der Stadt gibt es Trams, Busse und eine U-Bahn.

Ich wohnte und arbeitete in Otaniemi, einem Nachbarort von Helsinki. Die beiden Städte sind durch eine Meeresbucht getrennt, die bei meiner Ankunft im April noch vollständig zugefroren war. Ich lebte in einer Art Appartmenthotel, das die Uni an ihre internationalen Gäste vermietet – sehr praktisch! Die Wohnung war nahe der Uni, aber auch nur wenige Meter vom Meer entfernt. Diese tolle Lage nutzte ich im Sommer zu abendlichem Laufen am Ufer oder über Brücken auf die nahen Inseln in der Bucht.

buschek_helsinki_img_02Im akademischen Umfeld war alles sehr international, aber auch sonst traf ich in Helsinki auf viele Menschen aus der ganzen Welt. Die Verständigung mit anderen Reisenden und den Einheimischen war dank weitverbreiteter und hervorragender Englischkenntnisse nie problematisch. Die Finnen habe ich als freundlich, hilfsbereit und unkompliziert kennen gelernt. Als Ausländer fühlte ich mich auch immer sehr willkommen. Das finnische Brot ist allerdings natürlich schon hart wie das Leben.

Beeindruckend war der starke Kontrast der Jahreszeiten: Bis Ende April lag noch Schnee, bevor dann alles gewissermaßen „über Nacht“ grün wurde. Dem Mittsommer entgegen wuchsen die Sommertage dann herrlich länger, bis es schließlich gar nicht mehr richtig dunkel wurde. Dank der nimmermüden Sonne kam man mit wenig Schlaf aus – nützlich, um einige der zahllosen Veranstaltungen in Helsinki zu besuchen, z.B. das „World Village Festival“, vergleichbar mit dem Münchner Tollwood.

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An der Uni    

Das HIIT ist ein Forschungsinstitut, organisiert als Kooperation der beiden Unis in Helsinki (University of Helsinki und Aalto University). Das Themenspektrum ist sehr breit. Vor allem das „Network Society“-Programm dürfte für die meisten Medieninformatik-Studenten hier interessant sein. Für Details verweise ich auf die verlinkte Webseite.

Ich war für ein Forschungsprojekt in Finnland, nicht als Auslandssemster mit Vorlesungen, und arbeitete im „Open Innovation House“. Das brandneue Gebäude beherbergt neben dem HIIT noch die ECT ICT Labs und diverse Start-Ups. Es gehört gewiss zu den besten Office-Landschaften die man sich wünschen kann: Motorisierte Schreibtische, bunte Sofas und Sitzsäcke, Schaukelsessel, gratis Getränke und vor allem ganz viel Platz. Diese großzügige Arbeitsumgebung unterstützte meinem Eindruck nach wirklich gute Laune, Begeisterung und Austausch zwischen allen Anwesenden. Auch Studenten können dort einen freien Arbeitsplatz neben ihren Betreuern finden und sind somit direkter in die Forschung einbezogen. Ein sonst scheinbar unbenutzer Raum wurde zudem mit Angry-Birds-Stofftieren gefüllt („The Nest“).

Zusatzangebote beinhalteten wöchentliche Seminare, „Distinguished Lectures“ und nicht zuletzt die HIIT „Lunch-Talks“, wo man neben Inspiration auch Sandwiches bekam. Auch sonst gestaltete sich das Uni-Umfeld sehr lebenswert: Die netten Kollegen organisierten Feierabend-Picknicks, Drinks, Dinner, Sauna… Für den offiziellen Sommerausflug des Instituts wurde zudem auf einem Schiff nach Tallinn konferiert.

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Reisen

Innerhalb Finnlands war ich hauptsächlich im Süden in und um Helsinki und Espoo unterwegs. Nahe Nationalparks laden zum Wandern ein. Zudem besichtigte ich Tampere und Turku, zwei weitere größere Städte. „Größer“ gilt hier freilich im finnischen Maßstab, schließlich hat das ganze Land nur 5,4 Millionen Einwohner – bei einer mit Deutschland vergleichbaren Fläche. Die dünne Besiedelung macht Finnland insgesamt zu einem entspannten Natur- und Wanderparadies, das für viele tolle Motive vor der Linse meiner Kamera sorgte. Über die finnischen Landesgrenzen hinaus konnte man mit den großen Ostsee-Fähren ausgesprochen günstig reisen. Dank der Kabinen spart man sich am Ziel zusätzlich die Unterkunft. Auf diese Weise habe ich St. Petersburg, Tallinn und Stockholm besucht.

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Organisation und Fazit

Das Projekt war auf der HIIT Webseite ausgeschrieben (http://www.hiit.fi/jobs). Es genügte eine formlose Bewerbung per Email und Skype. Bei Interesse an einem Auslandsaufenthalt in Helsinki kann man also diese Seite im Auge behalten. Eventuell hilft auch etwas Eigeninitative. Für weitere Infos und Tipps stehe ich gern zur Verfügung (buschek@cip.ifi.lmu.de).

Meine Zeit in Helsinki war eine sehr bereichernde Erfahrung. Die Arbeit war selbstbestimmt und hat mir viel Spaß gemacht. Das Umfeld empfand ich äußerst angenehm und inspirierend. In vielerlei Hinsicht bietet Finnland einfach eine sehr hohe Lebensqualität. Ein Besuch lohnt sich!

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