Erfahrungsbericht: Praktikum bei FXPAL im Silicon Valley

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Patrick Proppe, der den Sommer nach seinem Bachelorabschluss bei FXPAL im Silicon Valley verbracht hat. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unsere Seite für Auslandsaufenthalte vorbei.

pppollyNach meinem Bachelor-Abschluss im Wintersemester 2014/2015 hatte ich die Möglichkeit, das darauffolgende Sommersemester im Herzen des Silicon Valley zu verbringen und bei FX Palo Alto Laboratory, Inc. (kurz FXPAL) ein Forschungspraktikum zu absolvieren. In diesem Blogeintrag möchte ich kurz über meine Erfahrungen berichten.

Organisation

Der Initialkontakt zu FXPAL kam damals durch meinen Bachelor-Betreuer zustande, nach einigen Mails und offizieller Bewerbung konnte ich im Skype-Interview überzeugen und bekam ein Praktikumsangebot von FXPAL.

Um in den USA ein Praktikum absolvieren zu können, braucht man ein Visum, in diesem Fall das J1 Visum. Dafür benötigt man einige Vorlaufzeit, eine Einladung (von FXPAL), einen Sponsor (Cultural Vistas/über FXPAL) und eine Auslandskrankenversicherung (auch via Cultural Vistas). Nach sehr viel Bürokratie und online sowie offline ausgefüllten Formularen muss man noch zu einem persönlichen Gespräch in das US Konsulat oder die US Botschaft. Dort wird noch einmal das Vorhaben geprüft und man wird in einem Gespräch dazu befragt. Hat man dies alles hinter sich, muss man nur noch warten, bis einem der Reisepass mit Visum per Post zurück geschickt wird.

FXPAL

FXPAL ist ein renommiertes Forschungszentrum, welches für Fuji Xerox Co., Ltd. intellectual property produziert. Hauptsächlich sind das also akademische Veröffentlichungen, wie Paper und auch Patente. Wie der Name schon verrät, liegt es in Palo Alto und somit im Herzen des Silicon Valley. Bei FXPAL arbeiten ca. 25 Forscher an verschiedenen Projekten in den Bereichen information access, intereactive media, smart spaces, remote collaboration und interactive documents. Es herrscht ein lockeres Arbeitsklima und alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Ich selbst habe an dem ‚Polly‘ Projekt im Forschungsbereich remote collaboration gearbeitet. Hauptidee von Polly war es, einen mobilen Prototypen zu entwickeln, der räumlich getrennte Menschen verbindet, damit diese gemeinsam Ereignisse, wie z.B. Hochzeiten, erleben können.  Meine Hauptaufgabe bestand darin, den bestehenden Prototypen weiter zu entwickeln, sprich die Hard- und Software zu verbessern, in Tests und Studien zu evaluieren und am Ende die Erkenntnisse zu veröffentlichen. Weitere Informationen zum Projekt findet man unter http://www.palpolly.com oder auf der Homepage von FXPAL.

Bei diesem Projekt habe ich sehr viel gelernt, durfte sehr viel eigenständig definieren, bestimmen und auch erarbeiten.  Eine gewisse Eigenständigkeit ist also sicher von Vorteil, nicht nur um mit zu bestimmen, in welche Richtung das Forschungsprojekt gehen soll, sondern auch um herauszufinden, von welchem Mitarbeiter man bei Problemen schnell kompetente Hilfe bekommt.

Die Unterstützung seitens FXPAL war immer gut, vor allem wenn es darum ging, neue Hard- oder Software zu bekommen, die im Forschungskontext steht. In meinen sechs Monaten habe ich neben dem Prototypen unter anderem auch an zwei Papers und einem Patent gearbeitet.

Palo Alto und Umgebung

Palo Alto liegt ca. 50 km südlich von San Francisco und hat ungefähr 65.000 Einwohner, jedoch sind die Stadtgrenzen fließend zwischen den umliegenden Orten Menlo Park und Mountain View. Dies gilt für das gesamte San Francisco Bay Area, weshalb man die einzelnen Orte nur schwer voneinander unterscheiden kann. Es ist ein einzigartiger Ort, und mir fällt es schwer es in Worte zu fassen, aber die Mentalität bzw. das Flair, welches die ganzen IT-Unternehmen dort verbreiten. ist einzigartig.

Um in der Freizeit die Gegend zu erkunden, ist es ratsam, sich ein Auto zu besorgen, da die öffentlichen Verkehrsmittel relativ bescheiden sind und z.B. nicht mit München mithalten können.

Ich habe die ganzen namhaften IT-Firmen (Google, Apple, Facebook etc.) besucht und mir auch teilweise deren Campus anschaut. Auch der Stanford Campus ist nicht weit von FXPAL entfernt und einer der schönsten, die ich je gesehen habe. Vor allen an sonnigen Tagen lädt parkähnliche Atmosphäre zum Verweilen ein.

Wohnungssuche

Mieten in der Bay Area sind teuer, und es ist sehr schwierig, eine günstige Unterkunft zu finden, vor allem vorab aus Deutschland. Ich hatte letztendlich riesiges Glück und konnte durch einen privaten Kontakt ein „günstiges“ Zimmer für $850 in Palo Alto finden. Zur Praktikumsstelle waren es nur 10 Minuten per Fahrrad. Wer auf der Suche nach einem Zimmer ist, sollte sich frühzeitig auf Craigslist und in diversen Facebook-Gruppen umschauen.

Social Life

Gerade in den ersten Wochen habe ich deutlich mehr als die vereinbarten 40h pro Woche gearbeitet. Dies lag hauptsächlich daran, dass ich mich erst mal in der neuen Umgebung zurecht finden und somit auch neue Freundschaften knüpfen musste. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch der einzige Praktikant bei FXPAL, konnte jedoch schnell durch Facebookgruppen (‚Bay Area Interns‘) Anschluss an andere Praktikanten finden. Nach dem ersten Monat kamen noch andere Praktikanten zu FXPAL, mit denen ich viel unternommen habe.

Sicherlich ist dies nicht mit den Praktikumsprogrammen der großen Firmen im Valley zu vergleichen, doch auch seitens FXPAL wird versucht das ’social life‘ der Praktikanten zu verschönern. Ich habe meine Zeit dort wirklich genossen und sehr viel erlebt. Rückblickend war es eine gute Idee, ein Auto zu haben, denn so konnte ich mit meinen neuen Freunden auch entferntere Destinationen wie z.B. Lake Tahoe besuchen.

Zu empfehlen ist auch die Webseite www.meetup.com. Dort habe ich gegen Mitte/Ende des Praktikums eine eigene Gruppe gegründet (‚Bay Area Mobile Telepresence‘) und dadurch weitere interessante Leute aus der Gegend kennengelernt.

Fazit

Für mich eine wunderbare Erfahrung, sowohl das Praktikum als auch das Leben in Kalifornien. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, tolle Ausflüge unternommen und nicht zuletzt viel aus meinen Forschungsprojekt mitgenommen. Ich kann jedem Studenten nur empfehlen, einen Aufenthalt im Ausland in Erwägung zu ziehen, da man seinen Horizont in vielen Bereichen erweitert, die einem sonst verborgen bleiben.

Es lohnt sich allerdings, das Vorhaben frühzeitig zu planen. Mindestens 6­-12 Monate vorher, da die Bewerbung und das Visum einige Zeit benötigen…

Patrick Proppe

Kontakt: Patrick.Proppe@campus.lmu.de

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