Ehemaligenprortrait: Gino Gravanis

wall_of_fame-1Blog: Wie genau hast du Medieninformatik studiert? Hast du einen Diplomabschluss oder evtl. bereits einen Bachelor oder Masterabschluss gemacht? Wann hast du mit deinem Studium angefangen und war das schon direkt der Medieninformatikstudiengang oder hast du evtl. dein Studienfachgewechselt?

Gino: Mein Studium habe ich 2007 begonnen, als Medieninformatik erstmals  als Bachelor-Studiengang angeboten wurde.

Blog: Wie lange hast du studiert? War es einfach sich an die Studiendauer zu halten? Was gab es evtl. für Probleme, wann bist du fertig geworden?

Gino: Meinen Bachelor-Abschluss habe ich erst 2014 gemacht. Da ich das Studium schon mit ein paar Jahren Berufserfahrung als Software-Entwickler begonnen hatte, ergaben sich während des Studiums interessante berufliche Möglichkeiten, neben denen das Studium dann vorübergehend zurücktreten musste. Bis Studienende konnte ich so Einblick in viele unterschiedliche Branchen gewinnen und hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich von einem langfristigen Arbeitgeber erwarte.

Blog: Nun erst mal zu den wichtigsten Fragen, dieses Fragebogens. Dein jetziger Job? Bei welcher Firma arbeitest du? Was macht die Firma allgemein? In welcher Branche ist sie tätig? Wie viele Mitarbeiter hat sie und welche Standorte gibt es?

Gino: Aktuell bin ich bei eGym angestellt, einem Münchner Startup, das High-Tech-Fitnessgeräte herstellt und sie an die eigene Cloud-Infrastruktur anbindet.

Blog: Zu dir selbst als wichtiges Zahnrad in der Mühle deiner Firma. Welche Stellung bekleidest du in der Firma? Wie heißt dein Job offiziell? Was sind deine Aufgaben im Rahmen dieses Jobs? Vielleicht verrätst du den Lesern auch wie viel und wie lange man bei dir arbeitet?
Darfst du uns ein wenig zu deiner aktuellen Arbeit erzählen? Was machst du in deinem aktuellen Projekt ganz konkret? Was wird am Schluss dabei herauskommen?

Gino: Als Software Engineer bei eGym leite ich ein Forschungsteam, das versucht, ein neuartiges Fitnessgerät zu entwickeln, das dem Nutzer während des Trainings interaktiv Anweisungen zur Haltungs- und Ausführungskorrektur gibt. Aktuell sind wir besonders an Virtual Reality- und Augmented Reality-Anwendungen interessiert.
Für meinen Arbeitsalltag bedeutet das, dass ich abwechselnd damit beschäftigt bin, zusammen mit Sportwissenschaftlern Konzepte auszuarbeiten, sie zu implementieren und in Nutzerstudien zu validieren. Außerdem verbringe ich einen Teil meiner Zeit damit, die Zusammenarbeit mit der TU München zu koordinieren, die an diesem Projekt mit uns kooperiert, und Bewerber zu interviewen, die gerne Teil unseres Teams werden möchten. Insgesamt ein sehr spannender und abwechslungsreicher Job.

Blog: Denke doch mal ein wenig zurück an dein eigenes Studium. Was sind die positivsten Erinnerungen aus dieser Zeit? Das können Erinnerungen aus der Freizeit aber auch Anekdoten aus lustigen Vorlesungen sein.

Gino: Die Zeit vor den Klausuren, in denen wir uns im Studentenwohnheim regelrecht verschanzt haben, um uns für den bevorstehenden Klausursturm zu wappnen. Die Zeit nach den Klausuren, in der auf einmal mehr Freizeit zur Verfügung stand, als man sinnvoll zu nutzen wusste. Jede Vorlesung mit Prof. Sachs. Unvergessen: „Ich bin jetzt hier drüben, gell?“ (Nachdem er während einer Nachfrage eines Studenten auf seinem Bürostuhl quer durch den Hörsaal gerast war)

Die positivsten Erinnerungen habe ich aus der Zeit meiner Bachelorarbeit. Da wurde mir erst richtig klar, wie ich mir das Arbeitsleben nach dem Studium genau vorstelle.

Blog: Wenn wir schon in alten Zeiten schwelgen? Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben? Gab es ein Fach was vielleicht den Spaß am Studium getrübt hat?

Gino: Ich hatte recht früh Zweifel, ob das Nebenfach Kommunikationswissenschaft vor BWL die richtige Wahl war. Im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte damals auf mein Bauchgefühl gehört und gewechselt.

Blog: Erinnerst du dich noch an deine Abschlussarbeit? Womit hatte sie zu tun? Gab es vielleicht ein interessantes Thema? Spielt das Thema immer noch eine Rolle?

Gino: In meiner Abschlussarbeit habe untersucht, wie man Nutzer vor Public Displays mit Hilfe von visuellen Hinweisen lenken kann. Dafür habe ich ein Kinect-Spiel entwickelt, das einige Monate im Eingangsbereich der Öttingenstraße lief.  Nach Abschluss der Arbeit  habe ich noch einige Zeit am Lehrstuhl verbracht, um das Thema mit der Hilfe eines Austauschstudenten aus Lancaster weiter zu verfolgen.
Die Abschlussarbeit war letztendlich auch der entscheidende Faktor, der den Verantwortlichen bei eGym demonstriert hat, dass ich für meine aktuelle Position geeignet bin. Und auch in meinem aktuellen Projekt bei eGym erkunden wir aktuell die Möglichkeiten der Kinect.

Blog: Jetzt im richtigen Berufsleben sind die tagtäglichen Aufgaben plötzlich keine hypothetischen Übungsblätter oder Fälle mehr sondern richtige Arbeit. Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag? Gibt es Dinge die du erst komplett dazulernen musstest, weil sie im Studium gefehlt haben?

Gino: Im Studium gab es keine Vorlesung, die sich ausführlich mit der Architektur großer und komplexer Software-Systeme befasst. Das ist ein Gebiet, auf dem ich auch heute noch täglich dazu lerne. Dabei hilft mir die Tatsache, dass man im Studium zwangsläufig lernt, sich Dinge selbst anzueignen.

Blog: Denke einmal an die aktuelle Generation der Studierenden. Welchen persönlichen Ratschlag oder Ratschläge kannst du ihnen geben? Was hättest du vielleicht anders gemacht im oder während des Studiums mit dem Wissen von heute?

Gino: Im Nachhinein würde ich jedem raten, vor allem den Beginn der Studienzeit als Gelegenheit zu nutzen, sich selbst in möglichst unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren. Ich hatte zu Beginn des Studiums eine sehr genaue und konkrete Vorstellung davon, auf welche Gebiete ich mich im Studium konzentrieren und was ich nach dem Studium machen möchte. Diese Vorstellung hat ungefähr bis ins dritte Semester der Realität standgehalten. Wenn ich heute nochmal von vorne anfangen müsste, würde ich wahrscheinlich allgemeine Informatik studieren und den „trockenen“ Fächern, wie Mathematik und theoretische Informatik, weniger aus dem Weg gehen.

Blog: Als Absolvent steht für viele direkt der Jobeinstieg oder eine Bewerbung bevor. Wie war das bei dir? Was denkst du macht eine erfolgreiche Suche nach einem Beruf aus?

Gino: Wichtig für langfristigen beruflichen Erfolg und – noch viel wichtiger – das eigene Glücksempfinden ist es, genau zu wissen, was man will. Wenn der potentielle Arbeitgeber merkt, dass man von seinem Angebot und den eigenen Fähigkeiten absolut überzeugt ist, hat man unendlich höhere Chancen.
Ich habe mich nach meinem Abschluss auf genau eine Stelle beworben, die in allen Punkten meinen Vorstellungen entsprach, und war nicht bereit, eine andere Stelle zu akzeptieren. Diese Bewerbung ging an eGym.

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