Ehemaligenportait: Janko Hofmann

FotoBlog: Wie genau hast du Medieninformatik studiert? Hast du einen Diplomabschluss oder evtl. bereits einen Bachelor oder Masterabschluss gemacht? Wann hast du mit deinem Studium angefangen und war das schon direkt der Medieninformatikstudiengang oder hast du evtl. dein Studienfachgewechselt?

Janko: An die LMU bin ich erst 2012 für den Medieninformatik-Master gekommen. Vorher hatte ich an der Uni Bremen den Bachelor im Studiengang Digitale Medien gemacht. Thematisch hat sich dieser Studiengang stark mit Medieninformatik in München überschnitten, so dass ich in München zum Glück keine Bachelor-Kurse nachholen musste.

Blog: Wie lange hast du studiert? War es einfach sich an die Studiendauer zu halten? Was gab es evtl. für Probleme, wann bist du fertig geworden?

Janko: Ich habe den Master 2014 in der Regelstudienzeit von vier Semestern geschafft. Dabei hatte ich in den ersten beiden Semestern ziemlich viel gemacht, so dass das zweite Jahr dann relativ entspannt war und ich nebenbei noch jobben konnte. Da es damals noch Studiengebühren gab, die man sich mit einem bestimmten Notenschnitt zurückerstatten lassen konnte, wenn man höchstens ein Semester überzogen hat, war das noch ein zusätzlicher Anreiz, „pünktlich“ fertig zu werden.

Blog: Nun erst mal zu den wichtigsten Fragen, dieses Fragebogens. Dein jetziger Job? Bei welcher Firma arbeitest du? Was macht die Firma allgemein? In welcher Branche ist sie tätig? Wie viele Mitarbeiter hat sie und welche Standorte gibt es?

Janko: Nach dem Studium bin ich nach Berlin gegangen und habe dort bei Aperto Move angefangen, wo ich momentan auch noch arbeite. Aperto Move ist die Mobile-Agentur der Aperto Gruppe und hat ca. 30 Mitarbeiter. Aperto selbst ist eine große Digitalagentur mit Niederlassungen in der ganzen Welt, z.B. Basel, Dubai, Peking oder Miami. Der Hauptsitz ist aber in Berlin, hier sitzen etwa 300 Leute.

Blog: Zu dir selbst als wichtiges Zahnrad in der Mühle deiner Firma. Welche Stellung bekleidest du in der Firma? Wie heißt dein Job offiziell? Was sind deine Aufgaben im Rahmen dieses Jobs? Vielleicht verrätst du den Lesern auch wie viel und wie lange man bei dir arbeitet?

Janko: Meine Jobbezeichnung ist „Mobile Developer“ und ich entwickle für verschiedene Kunden mobile Web Apps und Webseiten-Frontends, aber in letzter Zeit auch zunehmend native Apps für iOS. Je nach Kundenanforderung kommt es auch vor, dass sowohl Web- als auch native Komponenten in einer App zu finden sind, da ist es nicht verkehrt, wenn man beides kann.
Die Arbeitszeit liegt bei 40 Stunden in der Woche und auch wenn es Agentur-typisch manchmal etwas hektischer zugeht, kann ich behaupten, dass ich in 1,5 Jahren noch keine Überstunde machen musste. Im Agenturgeschäft ist das alles andere als selbstverständlich.

Blog: Darfst du uns ein wenig zu deiner aktuellen Arbeit erzählen? Was machst du in deinem aktuellen Projekt ganz konkret? Was wird am Schluss dabei herauskommen?

Janko: Zuletzt war ich dabei involviert, die neue EDEKA-App für iOS fertigzustellen, die gerade veröffentlicht wurde. Das ist ein ziemlich großes Projekt, bei dem Backends von verschiedenen Dienstleistern angebunden werden mussten und da auch eine Mobile Payment Funktion integriert ist, ist es allein aus Sicherheitsgründen besonders wichtig, dass dort alles reibungslos funktioniert.
Zusätzlich betreue ich mit einem Kollegen ein Projekt mit Studentinnen der HTW Berlin, bei dem unter Nutzung agiler Methoden ein Content Management System für unsere Firmenwebseite implementiert werden soll. Das ist schon komisch, da ich ja selbst vor nicht allzu langer Zeit erst mit dem Studium fertig geworden bin.

Blog: Die letzte Frage zum Berufsleben ist etwas prekär. Was verdient man in deinem Unternehmen in deiner Position durchschnittlich als Einstiger? Das könnte den Studenten einer wertvolle Orientierung sein.

Janko: Genaue Zahlen darf man ja üblicherweise nicht nennen, aber das Einstiegsgehalt in Berlin liegt etwa 10% niedriger als bei vergleichbaren Firmen in München. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten (insbesondere für Miete, Restaurants und Ausgehen) erheblich niedriger als in München, wodurch man als Einsteiger unter dem Strich mehr in der Tasche haben dürfte. Unter 40.000€ Brutto im Jahr sollte man als Einsteiger mit einem MI-Master aber auch in Berlin nicht anfangen.

Blog: Denke doch mal ein wenig zurück an dein eigenes Studium. Was sind die positivsten Erinnerungen aus dieser Zeit? Das können Erinnerungen aus der Freizeit aber auch Anekdoten aus lustigen Vorlesungen sein.

Janko: Am besten haben mir die Praktika gefallen. Die haben Spaß gemacht und es sind tolle Sachen dabei entstanden, von denen man auch später noch etwas hatte. Am besten fand ich das PEM iOS-Praktikum und Sketching with Hardware. Unsere PEM-App MVGo konnten wir sogar an die MVG verkaufen und über unser Sketching with Hardware-Projekt Personal Energy Orb haben Magazine wie Engadget und The Verge berichtet. Das hat einen schon ein bisschen stolz gemacht.

Blog: Wenn wir schon in alten Zeiten schwelgen? Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben? Gab es ein Fach was vielleicht den Spaß am Studium getrübt hat?  

Janko: Es gab nur einen Kurs, den ich abgebrochen habe, das war damals Computergrafik 2. Irgendwann bin ich bei den ganzen Folien voller immer komplexerer Formeln einfach ausgestiegen. Zum Glück brauche ich in meinem Job nichts davon.

Blog: Erinnerst du dich noch an deine Abschlussarbeit? Womit hatte sie zu tun? Gab es vielleicht ein interessantes Thema? Spielt das Thema immer noch eine Rolle?

Janko: Meine Abschlussarbeit habe ich bei BMW geschrieben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt dort schon als Werkstudent gearbeitet und bin deshalb relativ einfach an ein Thema für die Abschlussarbeit gekommen. Ich war dort in einer Abteilung, die mit Hilfe von Software die Arbeit von Ingenieuren erleichtert und deren Effizienz erhöht. Dort habe ich eine Software-Plattform entwickelt, bei der man mobile Web Apps verwalten und Daten zwischen diesen austauschen kann, also quasi eine Art App Launcher auf Web-Basis. Das ganze natürlich verbunden mit den üblichen Nutzerstudien.
Bei BMW war man dankbar für die Arbeit, weil Business-Software üblicherweise ja alles andere als nutzerzentriert ist und mir selbst hat es so viel Spaß gemacht, dass ich mich letztendlich dazu entschieden habe, den Bereich mobile Web Apps auch beruflich zu verfolgen.

Blog: Jetzt im richtigen Berufsleben sind die tagtäglichen Aufgaben plötzlich keine hypothetischen Übungsblätter oder Fälle mehr sondern richtige Arbeit. Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag? Gibt es Dinge die du erst komplett dazulernen musstest, weil sie im Studium gefehlt haben?

Janko: Von den fachlichen Skills kann ich insbesondere das Wissen im Bereich Mensch-Computer-Interaktion und Usability heute gut anwenden, um mich z.B. mit unseren UX Designern auszutauschen und Kunden beraten zu können. Die Programmierkenntnisse, die man sich im Studium aneignet, finde ich eher nebensächlich, denn hier muss man sowieso kontinuierlich dazulernen.

Janko: Besonders wichtig im Berufsleben sich natürlich auch die „Soft Skills“ wie Selbstorganisation, Präsentations-Skills und gelungene Kommunikation. Deswegen war z.B. auch der Kurs „Persönliche und Soziale Kompetenz“ so nützlich.

Blog: Denke einmal an die aktuelle Generation der Studierenden. Welchen persönlichen Ratschlag oder Ratschläge kannst du ihnen geben? Was hättest du vielleicht anders gemacht im oder während des Studiums mit dem Wissen von heute?

Janko: Knüpft auch schon während des Studiums Kontakte in die Arbeitswelt, z.B. durch Studentenjobs oder auf Messen. Das macht einem den Einstieg leichter.

Blog: Als Absolvent steht für viele direkt der Jobeinstieg oder eine Bewerbung bevor. Wie war das bei dir? Was denkst du macht eine erfolgreiche Suche nach einem Beruf aus?

Janko: Die Arbeitsmarktsituation für Entwickler ist momentan sehr gut, so dass man sich seinen Arbeitgeber fast aussuchen kann. Deshalb kann ich nur empfehlen, nicht gleich bei der ersten Firma anzufangen, von der man eine Zusage bekommt.
Ich hatte mich bei mehreren Agenturen beworben und mich dann für die entschieden, wo mir die Arbeitsatmosphäre am besten gefallen hat. Das halte ich auch für das wichtigste Kriterium bei der Jobwahl. Wenn man schon so viel Zeit seines Lebens auf der Arbeit verbringt, dann sollte sie auch Spaß machen.

Blog: Liegt dir abschließend noch etwas am Herzen oder gibt es etwas Interessantes aus deinem Leben was wir noch nicht abgefragt haben. Dann wäre jetzt noch Zeit und Platz dafür:

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