Ehemaligenportrait: Elisabeth Engel

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Wie genau hast du Medieninformatik studiert? Hast du einen Diplomabschluss oder evtl. bereits einen Bachelor oder Masterabschluss gemacht? Wann hast du mit deinem Studium angefangen und war das schon direkt der Medieninformatikstudiengang oder hast du evtl. dein Studienfachgewechselt?

Elisabeth: Angefangen hat es mit einem „Tag der offenen Tür“ an der LMU, auf dem verschiedene Projekte aus der Medieninformatik vorgestellt wurden. An das Eye Tracker Spiel bei dem man ähnlich zum Spiel „Mohrhuhnjagd“ Fische mit den Augen treffen musste, kann ich mich noch gut erinnern. Letztendlich haben mich die vielen praktischen Projekte während des Studiums und die Fokussierung auf die Interaktion von Mensch und Maschine überzeugt nach dem Abitur 2008 mit dem Bachelor Medieninformatik an der LMU anzufangen.

Wie lange hast du studiert? War es einfach sich an die Studiendauer zu halten? Was gab es evtl. für Probleme, wann bist du fertig geworden?

Elisabeth: Nach sieben Semestern Bachelor, habe ich gleich noch vier Semester für den Master dran gehängt. Dass ich mir im Bachelor ein Semester länger Zeit genommen habe um meine Bachelorarbeit im Ausland zu schreiben, war rückblickend eine gute Wahl. Zum einen hat es die letzten drei Semester vom Bachelor entzerrt, zum anderen habe ich in den vier Monaten in Irland viele neue Erfahrungen gesammelt, Perspektiven dazu gewonnen und interessante Leute kennengelernt.

Nun erst mal zu den wichtigsten Fragen, dieses Fragebogens. Dein jetziger Job? Bei welcher Firma arbeitest du? Was macht die Firma allgemein? In welcher Branche ist sie tätig? Wie viele Mitarbeiter hat sie und welche Standorte gibt es?

Elisabeth: Ich arbeite derzeit für die comSysto GmbH. Wir sind im Moment an die 70 Mitarbeiter und kümmern uns um die Beratung und Umsetzung großer Softwareprojekte. Bei comSysto hatte ich während des Masters als Werkstudentin angefangen und konnte dort auch meine Masterarbeit schreiben. Nach dem Studium habe ich ein gutes Angebot für eine Festanstellung bekommen und bin geblieben – einfach  weil das Arbeitsumfeld dort sehr entspannt ist und es jede Menge Möglichkeiten gibt sich weiterzuentwickeln, sowohl fachlich als auch persönlich.

Zu dir selbst als wichtiges Zahnrad in der Mühle deiner Firma. Welche Stellung bekleidest du in der Firma? Wie heißt dein Job offiziell? Was sind deine Aufgaben im Rahmen dieses Jobs? Vielleicht verrätst du den Lesern auch wie viel und wie lange man bei dir arbeitet?

Elisabeth: Ich bin offiziell angestellt als „Lean UX Expert“. In meinem aktuellen Projekt für „o2 Telefonica“ sind wir aber eigentlich alle „Full Stack Engineers“ und kümmern uns sowohl um Backend als auch um Frontend Themen. Ich habe mit 40 Stunden pro Woche und Überstundenausgleich angefangen. Mittlerweile arbeite ich 32 Stunden pro Woche und hab so einen zusätzlichen Tag pro Woche Zeit für private Projekte.

Darfst du uns ein wenig zu deiner aktuellen Arbeit erzählen? Was machst du in deinem aktuellen Projekt ganz konkret? Was wird am Schluss dabei herauskommen?

Elisabeth: Ganz konkret betreuen wir bei „O2 Telefonica“ das Bestandskundenportal, sprich jeder O2 Kunde, der sich einloggt um seine Rechnung anzusehen oder seine Daten zu ändern, landet bei uns. Da es viele verschiedene Systeme gibt und diese stetig modernisiert und verbessert werden, arbeiten wir in einem sehr spannenden Feld, das einiges an Weitsicht und kreativen Lösungsansätzen erfordert.

Die letzte Frage zum Berufsleben ist etwas prekär. Was verdient man in deinem Unternehmen in deiner Position durchschnittlich als Einstiger? Das könnte den Studenten einer wertvolle Orientierung sein.  

Elisabeth: Ich hatte nach dem Studium eine Gehaltsvorstellung von 42. – 45.000 Euro. Habe aber schnell gemerkt, dass in München besonders im Consulting auch durchaus höhere Gehälter für Einsteiger üblich sind. Insgesamt würde ich sagen, dass ~50.000 Euro je nach Vorkenntnissen und Branche durchaus realistisch sind. Es lohnt sich auf jeden Fall eine gute Überstundenregelung zu finden und festzulegen wie viel Zeit für Fortbildung zur Verfügung steht.

Denke doch mal ein wenig zurück an dein eigenes Studium. Was sind die positivsten Erinnerungen aus dieser Zeit? Das können Erinnerungen aus der Freizeit aber auch Anekdoten aus lustigen Vorlesungen sein.

Elisabeth: An meine Studienzeit denke ich gerne zurück. Vor allem sind mir die Vorlesungen bei Professor Sachs in lebhafter Erinnerung geblieben, vorweihnachtliche Vorlesungen mit Punsch und Plätzchen, unzählige Stunden im Computerraum, besonders während des Softwareentwicklungspraktikums, Zettel mit „Bitte nicht füttern“ am großen Fenster vom Computerraum in der Amalienstraße und natürlich unsere Projekte für MMI und Sketching with Hardware. Dazu noch jede Menge Zeit, die wir zusammen gelernt und gelacht haben und die stete Frage gegen Ende der Semesterferien: Ist die Anmeldung schon offen?

Was ich besonders am Medieninformatik Institut geschätzt habe, ist der aufgeschlossene und unkomplizierte Umgang miteinander und die vielen Angebote und Möglichkeiten, wie zum Beispiel Unterstützung bei Auslandssemestern, Einzelpraktika und Abschlussarbeiten im Unternehmen.

Wenn wir schon in alten Zeiten schwelgen? Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben? Gab es ein Fach was vielleicht den Spaß am Studium getrübt hat?  

Elisabeth:  Bei einigen Fächern musste man sich schon echt durchbeißen, aber aus den meisten konnte ich doch etwas Sinnvolles mitnehmen. Das einzige was ich wirklich schade fand war, dass für einige interessante Veranstaltungen die Teilnehmerzahl stark begrenzt war und auch nicht jede Veranstaltung jedes Jahr angeboten wurde. Da gab es die eine oder andere Veranstaltung, die ich gerne noch besucht hätte. Teilweise war auch die Notengebung an verschiedenen Instituten sehr unterschiedlich, da wäre ein einheitlicher Maßstab durchaus wünschenswert gewesen.

Erinnerst du dich noch an deine Abschlussarbeit? Womit hatte sie zu tun? Gab es vielleicht ein interessantes Thema? Spielt das Thema immer noch eine Rolle?

Elisabeth: Meine Abschlussarbeit habe ich im Bereich der Datenvisualisierung geschrieben. Konkret habe ich untersucht wie geeignet verschiedene Visualisierungen sind um damit Skill Profile darzustellen. Das Thema finde ich immer noch sehr interessant. Im Laufe der Arbeit habe ich viel darüber gelernt, was alles nötig ist, damit ein Softwareprodukt wirklich erfolgreich ist und seinen Nutzern einen echten Mehrwert bietet. Fazit: es müssen eine Menge Faktoren abgedeckt sein, gute Visualisierung alleine reichen nicht aus. Die Webseite die ich für meine Masterarbeit geschrieben habe, gibt es weiterhin und wird auch ab und zu um Funktionen erweitert. Wer vorbei schauen möchte: www.skillmazing.com

Jetzt im richtigen Berufsleben sind die tagtäglichen Aufgaben plötzlich keine hypothetischen Übungsblätter oder Fälle mehr sondern richtige Arbeit. Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag? Gibt es Dinge die du erst komplett dazulernen musstest, weil sie im Studium gefehlt haben?

Elisabeth: Besonders nützlich waren mir die Programmierkenntnisse aus den Vorlesungen und dem Softwareentwicklungpraktikum, so wie die Erfahrungen aus unserem MMI Projekt. Datenbankgrundwissen war mir an einigen Stellen auch schon sehr hilfreich. Vermisst habe ich eine Einführung in Softwarearchitektur und große Softwaresysteme im Allgemeinen. Das wäre sicher hilfreich gewesen. Neu dazulernen musste ich die ganzen Frameworks und Tools, die in der Praxis verwendet werden, aber mit dem Handwerkszeug aus dem Studium kommt man da relativ schnell rein.

Denke einmal an die aktuelle Generation der Studierenden. Welchen persönlichen Ratschlag oder Ratschläge kannst du ihnen geben? Was hättest du vielleicht anders gemacht im oder während des Studiums mit dem Wissen von heute?

Elisabeth: Ich würde jedem empfehlen sich früh nach einem Nebenjob oder einer Werkstudenten Stelle umzusehen. Das hat mir enorm viel geholfen und man versteht dadurch auch oft leichter den Vorlesungsinhalt, weil man die Probleme dahinter schon einmal in der Praxis erlebt hat. Ansonsten sind Meetups (www.meetup.com) und User Group Treffen sehr hilfreich um in gewisse Bereiche einen Einblick zu bekommen und auch um interessante Leute kennen zu lernen, die schon in diesem Bereich arbeiten. Auch die Einzelpraktika die man im Master machen kann, fand ich sehr hilfreich.

Als Absolvent steht für viele direkt der Jobeinstieg oder eine Bewerbung bevor. Wie war das bei dir? Was denkst du macht eine erfolgreiche Suche nach einem Beruf aus?

Elisabeth: Ich hab mich bei der Jobsuche sehr leicht getan, weil ich bereits als Werkstudentin bei comSysto gearbeitet habe. Was ich sehr hilfreich finde, ist sich ab und zu umzusehen und interessante Firmen für sich zu notieren um später, wenn man konkret sucht, schon Anlaufstellen zu haben. Sich vorher etwas umzuhören ist auch nie verkehrt.

Liegt dir abschließend noch etwas am Herzen oder gibt es etwas Interessantes aus deinem Leben was wir noch nicht abgefragt haben. Dann wäre jetzt noch Zeit und Platz dafür:

Elisabeth: Genießt es!

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