Ehemaligenportait: Janko Hofmann

FotoBlog: Wie genau hast du Medieninformatik studiert? Hast du einen Diplomabschluss oder evtl. bereits einen Bachelor oder Masterabschluss gemacht? Wann hast du mit deinem Studium angefangen und war das schon direkt der Medieninformatikstudiengang oder hast du evtl. dein Studienfachgewechselt?

Janko: An die LMU bin ich erst 2012 für den Medieninformatik-Master gekommen. Vorher hatte ich an der Uni Bremen den Bachelor im Studiengang Digitale Medien gemacht. Thematisch hat sich dieser Studiengang stark mit Medieninformatik in München überschnitten, so dass ich in München zum Glück keine Bachelor-Kurse nachholen musste.

Blog: Wie lange hast du studiert? War es einfach sich an die Studiendauer zu halten? Was gab es evtl. für Probleme, wann bist du fertig geworden?

Janko: Ich habe den Master 2014 in der Regelstudienzeit von vier Semestern geschafft. Dabei hatte ich in den ersten beiden Semestern ziemlich viel gemacht, so dass das zweite Jahr dann relativ entspannt war und ich nebenbei noch jobben konnte. Da es damals noch Studiengebühren gab, die man sich mit einem bestimmten Notenschnitt zurückerstatten lassen konnte, wenn man höchstens ein Semester überzogen hat, war das noch ein zusätzlicher Anreiz, „pünktlich“ fertig zu werden.

Blog: Nun erst mal zu den wichtigsten Fragen, dieses Fragebogens. Dein jetziger Job? Bei welcher Firma arbeitest du? Was macht die Firma allgemein? In welcher Branche ist sie tätig? Wie viele Mitarbeiter hat sie und welche Standorte gibt es?

Janko: Nach dem Studium bin ich nach Berlin gegangen und habe dort bei Aperto Move angefangen, wo ich momentan auch noch arbeite. Aperto Move ist die Mobile-Agentur der Aperto Gruppe und hat ca. 30 Mitarbeiter. Aperto selbst ist eine große Digitalagentur mit Niederlassungen in der ganzen Welt, z.B. Basel, Dubai, Peking oder Miami. Der Hauptsitz ist aber in Berlin, hier sitzen etwa 300 Leute.

Blog: Zu dir selbst als wichtiges Zahnrad in der Mühle deiner Firma. Welche Stellung bekleidest du in der Firma? Wie heißt dein Job offiziell? Was sind deine Aufgaben im Rahmen dieses Jobs? Vielleicht verrätst du den Lesern auch wie viel und wie lange man bei dir arbeitet?

Janko: Meine Jobbezeichnung ist „Mobile Developer“ und ich entwickle für verschiedene Kunden mobile Web Apps und Webseiten-Frontends, aber in letzter Zeit auch zunehmend native Apps für iOS. Je nach Kundenanforderung kommt es auch vor, dass sowohl Web- als auch native Komponenten in einer App zu finden sind, da ist es nicht verkehrt, wenn man beides kann.
Die Arbeitszeit liegt bei 40 Stunden in der Woche und auch wenn es Agentur-typisch manchmal etwas hektischer zugeht, kann ich behaupten, dass ich in 1,5 Jahren noch keine Überstunde machen musste. Im Agenturgeschäft ist das alles andere als selbstverständlich.

Blog: Darfst du uns ein wenig zu deiner aktuellen Arbeit erzählen? Was machst du in deinem aktuellen Projekt ganz konkret? Was wird am Schluss dabei herauskommen?

Janko: Zuletzt war ich dabei involviert, die neue EDEKA-App für iOS fertigzustellen, die gerade veröffentlicht wurde. Das ist ein ziemlich großes Projekt, bei dem Backends von verschiedenen Dienstleistern angebunden werden mussten und da auch eine Mobile Payment Funktion integriert ist, ist es allein aus Sicherheitsgründen besonders wichtig, dass dort alles reibungslos funktioniert.
Zusätzlich betreue ich mit einem Kollegen ein Projekt mit Studentinnen der HTW Berlin, bei dem unter Nutzung agiler Methoden ein Content Management System für unsere Firmenwebseite implementiert werden soll. Das ist schon komisch, da ich ja selbst vor nicht allzu langer Zeit erst mit dem Studium fertig geworden bin.

Blog: Die letzte Frage zum Berufsleben ist etwas prekär. Was verdient man in deinem Unternehmen in deiner Position durchschnittlich als Einstiger? Das könnte den Studenten einer wertvolle Orientierung sein.

Janko: Genaue Zahlen darf man ja üblicherweise nicht nennen, aber das Einstiegsgehalt in Berlin liegt etwa 10% niedriger als bei vergleichbaren Firmen in München. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten (insbesondere für Miete, Restaurants und Ausgehen) erheblich niedriger als in München, wodurch man als Einsteiger unter dem Strich mehr in der Tasche haben dürfte. Unter 40.000€ Brutto im Jahr sollte man als Einsteiger mit einem MI-Master aber auch in Berlin nicht anfangen.

Blog: Denke doch mal ein wenig zurück an dein eigenes Studium. Was sind die positivsten Erinnerungen aus dieser Zeit? Das können Erinnerungen aus der Freizeit aber auch Anekdoten aus lustigen Vorlesungen sein.

Janko: Am besten haben mir die Praktika gefallen. Die haben Spaß gemacht und es sind tolle Sachen dabei entstanden, von denen man auch später noch etwas hatte. Am besten fand ich das PEM iOS-Praktikum und Sketching with Hardware. Unsere PEM-App MVGo konnten wir sogar an die MVG verkaufen und über unser Sketching with Hardware-Projekt Personal Energy Orb haben Magazine wie Engadget und The Verge berichtet. Das hat einen schon ein bisschen stolz gemacht.

Blog: Wenn wir schon in alten Zeiten schwelgen? Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben? Gab es ein Fach was vielleicht den Spaß am Studium getrübt hat?  

Janko: Es gab nur einen Kurs, den ich abgebrochen habe, das war damals Computergrafik 2. Irgendwann bin ich bei den ganzen Folien voller immer komplexerer Formeln einfach ausgestiegen. Zum Glück brauche ich in meinem Job nichts davon.

Blog: Erinnerst du dich noch an deine Abschlussarbeit? Womit hatte sie zu tun? Gab es vielleicht ein interessantes Thema? Spielt das Thema immer noch eine Rolle?

Janko: Meine Abschlussarbeit habe ich bei BMW geschrieben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt dort schon als Werkstudent gearbeitet und bin deshalb relativ einfach an ein Thema für die Abschlussarbeit gekommen. Ich war dort in einer Abteilung, die mit Hilfe von Software die Arbeit von Ingenieuren erleichtert und deren Effizienz erhöht. Dort habe ich eine Software-Plattform entwickelt, bei der man mobile Web Apps verwalten und Daten zwischen diesen austauschen kann, also quasi eine Art App Launcher auf Web-Basis. Das ganze natürlich verbunden mit den üblichen Nutzerstudien.
Bei BMW war man dankbar für die Arbeit, weil Business-Software üblicherweise ja alles andere als nutzerzentriert ist und mir selbst hat es so viel Spaß gemacht, dass ich mich letztendlich dazu entschieden habe, den Bereich mobile Web Apps auch beruflich zu verfolgen.

Blog: Jetzt im richtigen Berufsleben sind die tagtäglichen Aufgaben plötzlich keine hypothetischen Übungsblätter oder Fälle mehr sondern richtige Arbeit. Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag? Gibt es Dinge die du erst komplett dazulernen musstest, weil sie im Studium gefehlt haben?

Janko: Von den fachlichen Skills kann ich insbesondere das Wissen im Bereich Mensch-Computer-Interaktion und Usability heute gut anwenden, um mich z.B. mit unseren UX Designern auszutauschen und Kunden beraten zu können. Die Programmierkenntnisse, die man sich im Studium aneignet, finde ich eher nebensächlich, denn hier muss man sowieso kontinuierlich dazulernen.

Janko: Besonders wichtig im Berufsleben sich natürlich auch die „Soft Skills“ wie Selbstorganisation, Präsentations-Skills und gelungene Kommunikation. Deswegen war z.B. auch der Kurs „Persönliche und Soziale Kompetenz“ so nützlich.

Blog: Denke einmal an die aktuelle Generation der Studierenden. Welchen persönlichen Ratschlag oder Ratschläge kannst du ihnen geben? Was hättest du vielleicht anders gemacht im oder während des Studiums mit dem Wissen von heute?

Janko: Knüpft auch schon während des Studiums Kontakte in die Arbeitswelt, z.B. durch Studentenjobs oder auf Messen. Das macht einem den Einstieg leichter.

Blog: Als Absolvent steht für viele direkt der Jobeinstieg oder eine Bewerbung bevor. Wie war das bei dir? Was denkst du macht eine erfolgreiche Suche nach einem Beruf aus?

Janko: Die Arbeitsmarktsituation für Entwickler ist momentan sehr gut, so dass man sich seinen Arbeitgeber fast aussuchen kann. Deshalb kann ich nur empfehlen, nicht gleich bei der ersten Firma anzufangen, von der man eine Zusage bekommt.
Ich hatte mich bei mehreren Agenturen beworben und mich dann für die entschieden, wo mir die Arbeitsatmosphäre am besten gefallen hat. Das halte ich auch für das wichtigste Kriterium bei der Jobwahl. Wenn man schon so viel Zeit seines Lebens auf der Arbeit verbringt, dann sollte sie auch Spaß machen.

Blog: Liegt dir abschließend noch etwas am Herzen oder gibt es etwas Interessantes aus deinem Leben was wir noch nicht abgefragt haben. Dann wäre jetzt noch Zeit und Platz dafür:

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Ehemaligenprortrait: Gino Gravanis

wall_of_fame-1Blog: Wie genau hast du Medieninformatik studiert? Hast du einen Diplomabschluss oder evtl. bereits einen Bachelor oder Masterabschluss gemacht? Wann hast du mit deinem Studium angefangen und war das schon direkt der Medieninformatikstudiengang oder hast du evtl. dein Studienfachgewechselt?

Gino: Mein Studium habe ich 2007 begonnen, als Medieninformatik erstmals  als Bachelor-Studiengang angeboten wurde.

Blog: Wie lange hast du studiert? War es einfach sich an die Studiendauer zu halten? Was gab es evtl. für Probleme, wann bist du fertig geworden?

Gino: Meinen Bachelor-Abschluss habe ich erst 2014 gemacht. Da ich das Studium schon mit ein paar Jahren Berufserfahrung als Software-Entwickler begonnen hatte, ergaben sich während des Studiums interessante berufliche Möglichkeiten, neben denen das Studium dann vorübergehend zurücktreten musste. Bis Studienende konnte ich so Einblick in viele unterschiedliche Branchen gewinnen und hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich von einem langfristigen Arbeitgeber erwarte.

Blog: Nun erst mal zu den wichtigsten Fragen, dieses Fragebogens. Dein jetziger Job? Bei welcher Firma arbeitest du? Was macht die Firma allgemein? In welcher Branche ist sie tätig? Wie viele Mitarbeiter hat sie und welche Standorte gibt es?

Gino: Aktuell bin ich bei eGym angestellt, einem Münchner Startup, das High-Tech-Fitnessgeräte herstellt und sie an die eigene Cloud-Infrastruktur anbindet.

Blog: Zu dir selbst als wichtiges Zahnrad in der Mühle deiner Firma. Welche Stellung bekleidest du in der Firma? Wie heißt dein Job offiziell? Was sind deine Aufgaben im Rahmen dieses Jobs? Vielleicht verrätst du den Lesern auch wie viel und wie lange man bei dir arbeitet?
Darfst du uns ein wenig zu deiner aktuellen Arbeit erzählen? Was machst du in deinem aktuellen Projekt ganz konkret? Was wird am Schluss dabei herauskommen?

Gino: Als Software Engineer bei eGym leite ich ein Forschungsteam, das versucht, ein neuartiges Fitnessgerät zu entwickeln, das dem Nutzer während des Trainings interaktiv Anweisungen zur Haltungs- und Ausführungskorrektur gibt. Aktuell sind wir besonders an Virtual Reality- und Augmented Reality-Anwendungen interessiert.
Für meinen Arbeitsalltag bedeutet das, dass ich abwechselnd damit beschäftigt bin, zusammen mit Sportwissenschaftlern Konzepte auszuarbeiten, sie zu implementieren und in Nutzerstudien zu validieren. Außerdem verbringe ich einen Teil meiner Zeit damit, die Zusammenarbeit mit der TU München zu koordinieren, die an diesem Projekt mit uns kooperiert, und Bewerber zu interviewen, die gerne Teil unseres Teams werden möchten. Insgesamt ein sehr spannender und abwechslungsreicher Job.

Blog: Denke doch mal ein wenig zurück an dein eigenes Studium. Was sind die positivsten Erinnerungen aus dieser Zeit? Das können Erinnerungen aus der Freizeit aber auch Anekdoten aus lustigen Vorlesungen sein.

Gino: Die Zeit vor den Klausuren, in denen wir uns im Studentenwohnheim regelrecht verschanzt haben, um uns für den bevorstehenden Klausursturm zu wappnen. Die Zeit nach den Klausuren, in der auf einmal mehr Freizeit zur Verfügung stand, als man sinnvoll zu nutzen wusste. Jede Vorlesung mit Prof. Sachs. Unvergessen: „Ich bin jetzt hier drüben, gell?“ (Nachdem er während einer Nachfrage eines Studenten auf seinem Bürostuhl quer durch den Hörsaal gerast war)

Die positivsten Erinnerungen habe ich aus der Zeit meiner Bachelorarbeit. Da wurde mir erst richtig klar, wie ich mir das Arbeitsleben nach dem Studium genau vorstelle.

Blog: Wenn wir schon in alten Zeiten schwelgen? Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben? Gab es ein Fach was vielleicht den Spaß am Studium getrübt hat?

Gino: Ich hatte recht früh Zweifel, ob das Nebenfach Kommunikationswissenschaft vor BWL die richtige Wahl war. Im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte damals auf mein Bauchgefühl gehört und gewechselt.

Blog: Erinnerst du dich noch an deine Abschlussarbeit? Womit hatte sie zu tun? Gab es vielleicht ein interessantes Thema? Spielt das Thema immer noch eine Rolle?

Gino: In meiner Abschlussarbeit habe untersucht, wie man Nutzer vor Public Displays mit Hilfe von visuellen Hinweisen lenken kann. Dafür habe ich ein Kinect-Spiel entwickelt, das einige Monate im Eingangsbereich der Öttingenstraße lief.  Nach Abschluss der Arbeit  habe ich noch einige Zeit am Lehrstuhl verbracht, um das Thema mit der Hilfe eines Austauschstudenten aus Lancaster weiter zu verfolgen.
Die Abschlussarbeit war letztendlich auch der entscheidende Faktor, der den Verantwortlichen bei eGym demonstriert hat, dass ich für meine aktuelle Position geeignet bin. Und auch in meinem aktuellen Projekt bei eGym erkunden wir aktuell die Möglichkeiten der Kinect.

Blog: Jetzt im richtigen Berufsleben sind die tagtäglichen Aufgaben plötzlich keine hypothetischen Übungsblätter oder Fälle mehr sondern richtige Arbeit. Welche Kenntnisse aus deinem Studium kannst du besonders gut anwenden im Berufsalltag? Gibt es Dinge die du erst komplett dazulernen musstest, weil sie im Studium gefehlt haben?

Gino: Im Studium gab es keine Vorlesung, die sich ausführlich mit der Architektur großer und komplexer Software-Systeme befasst. Das ist ein Gebiet, auf dem ich auch heute noch täglich dazu lerne. Dabei hilft mir die Tatsache, dass man im Studium zwangsläufig lernt, sich Dinge selbst anzueignen.

Blog: Denke einmal an die aktuelle Generation der Studierenden. Welchen persönlichen Ratschlag oder Ratschläge kannst du ihnen geben? Was hättest du vielleicht anders gemacht im oder während des Studiums mit dem Wissen von heute?

Gino: Im Nachhinein würde ich jedem raten, vor allem den Beginn der Studienzeit als Gelegenheit zu nutzen, sich selbst in möglichst unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren. Ich hatte zu Beginn des Studiums eine sehr genaue und konkrete Vorstellung davon, auf welche Gebiete ich mich im Studium konzentrieren und was ich nach dem Studium machen möchte. Diese Vorstellung hat ungefähr bis ins dritte Semester der Realität standgehalten. Wenn ich heute nochmal von vorne anfangen müsste, würde ich wahrscheinlich allgemeine Informatik studieren und den „trockenen“ Fächern, wie Mathematik und theoretische Informatik, weniger aus dem Weg gehen.

Blog: Als Absolvent steht für viele direkt der Jobeinstieg oder eine Bewerbung bevor. Wie war das bei dir? Was denkst du macht eine erfolgreiche Suche nach einem Beruf aus?

Gino: Wichtig für langfristigen beruflichen Erfolg und – noch viel wichtiger – das eigene Glücksempfinden ist es, genau zu wissen, was man will. Wenn der potentielle Arbeitgeber merkt, dass man von seinem Angebot und den eigenen Fähigkeiten absolut überzeugt ist, hat man unendlich höhere Chancen.
Ich habe mich nach meinem Abschluss auf genau eine Stelle beworben, die in allen Punkten meinen Vorstellungen entsprach, und war nicht bereit, eine andere Stelle zu akzeptieren. Diese Bewerbung ging an eGym.

Ehemaligenportrait: Dhana Sauernheimer

Dhana Sauernheimer ist die erste mutige Ehemalige die sich für unsere Kategorie der „Ehemliagenportraits“ den harten Fragen der Blogredaktion gestellt hat. Vom Medieninformatiker zum Spieleentwickler: In unserem Interview erzählt sie, wie sie das geschafft hat.

Blog: Wie genau hast du Medieninformatik studiert?
Dhana: Ich habe 2005 direkt nach dem Abi mit Medieninformatik an der LMU (damals noch Diplom) angefangen. Der Studiengang klang bereits nach der ersten Informationssuche sehr spannend und „genau richtig“ für mich – und das ist auch so geblieben. Die Entscheidung fiel mir sehr leicht und ich habe sie tatsächlich bis heute nie bereut.

Blog: Und wie verlief dein Studium so?
Dhana: Ich habe 10 Semester lang studiert und hielt mein Diplomzeugnis Ende 2010 in Händen. Bis zum 7. Semester war ich sehr schnell und wäre in diesem Tempo auch locker in der Regelstudienzeit geblieben. Wegen eines langen Krankenhausaufenthaltes nach einem Unfall musste ich mich zum Ende etwas mehr Zeit lassen, aber auch das war gut machbar, denn ich hatte  doppelt Glück: Erstens, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits alle Scheine hatte, und  zweitens, weil es mir sogar ermöglicht wurde, die Diplomarbeit vom Krankenbett aus zu schreiben. Sehr schade war nur, dass ich die Uni im letzten Jahr so gut wie nie sehen konnte – eigentlich nur zu Prüfungsterminen.

Blog: Wo arbeitest du jetzt?
Dhana: Ich habe Anfang 2011 in der Spielebranche angefangen und bin seit nun einem guten Jahr bei Gameforge Productions GmbH mit Sitz in Karlsruhe als Frontend Developer tätig. Mit allen Tochterunternehmen kommt die Gameforge auf rund 600 Mitarbeiter und ist damit neben Bigpoint eines der größten Spieleunternehmen in Deutschland. Wir sind Anbieter von über 20 Spielen (MMOs und Web Games), die in insgesamt 55 Sprachen übersetzt werden und weltweit über 300 Millionen Spieler haben. Sie sind allesamt free-to-play und finanzieren sich über virtuelle Güter – Features, die man mittels Premium-Währung zusätzlich kaufen kann.

Blog: Und was machst du dort?
Dhana: Ich arbeite im Team „Frontend / Webdesign / UX“ als Frontend Developer und bin insbesondere für das Browser-Strategiespiel „Ikariam“ zuständig – an der Schnittstelle zwischen Entwicklung, Screendesign und Usability. Da gibt es neue Inhalte, Features und Events, die diskutiert und umgesetzt werden, und natürlich immer wieder Anpassungen an die verschiedensten Anforderungen der Nutzer – man denke nur mal an mobile Geräte.

Blog: Cool! Erzähl‘ uns mehr zu deinem aktuellen Projekt!
Dhana: Seit längerer Zeit bin ich dabei, Ikariam in ein neues, frisches Layout zu packen – weg vom „alten“ Stil der tabellenbasierten Webgames, hin zum „Web 2.0“-Feeling. Das Ziel ist es, die Spieler mehr in die antike Welt  von Ikariam eintauchen zu lassen, es soll sowohl technisch als auch optisch zeitgemäßer werden. Nähere Details sind noch unter Verschluss – das Release steht kurz bevor und wir sind alle sehr gespannt, wie das Ergebnis angenommen wird.

Blog: Erzähl uns doch mal ein paar Anekdoten aus deinem Studium.
Dhana: Ich denke oft mit einem grinsenden Seufzen zurück an mein Studium, weil’s einfach eine wahnsinnig schöne, spannende Zeit war. Das ging bereits los mit meiner allerersten Vorlesung: 200 Leute saßen mit geschockten, verwirrten und verängstigten Blicken in „Lineare Algebra I“ – ich war eine von ihnen, genau 10 Minuten lang. Dann kam ich auf die Idee, mal nach links und rechts zu schauen, und musste laut lachen, als ich sah, dass es allen anderen genauso ging.
Wir hatten eine tolle Gemeinschaft, gerade die vielen Projekte in kleinen Gruppen im Hauptstudium haben uns sehr zusammen geschweißt. Wir haben zu den unmöglichsten Uhrzeiten zusammen gearbeitet („Treffen wir uns wie immer heute Mittwoch Nacht um halb 1 bei mir?“), und an den unmöglichsten Orten (ich erinnere mich an eine „Geburtstagsparty“ bei einem Filmdreh an der Tankstelle in einem Kaff namens Mintraching. Das ganze um 5 Uhr morgens, und wir hatten sogar Kuchen dabei!) – Natürlich war es anstrengend, aber ich möchte die Zeit wirklich nicht missen.

Blog: Gibt’s auch Dinge die dir nicht so gut gefallen haben?
Dhana: Nun ja, beim Vertiefungsgebiet Kommunikationswissenschaft habe ich mich wohl ein wenig verwählt.  Zwar habe ich sehr bald festgestellt, dass es mir überhaupt nicht gut lag, wollte es aber dennoch durchziehen. Das war im Nachhinein betrachtet ein Fehler – aber wer weiß; hinterher ist man ja immer schlauer.

Blog: Wie war deine Abschlussarbeit?
Dhana: Mein Diplomarbeitsthema kam direkt aus der Ecke meiner größten privaten Leidenschaft, der Musik. Ich entwickelte und evaluierte ein Programm für Tablets, mit der man mit einem einfachen, „anfängerfreundlichen“ System, der Piano Roll Notation, direkt am Musikinstrument Noten editieren konnte – ob als skizzenhafte Notation von Kompositionen oder für Schüler zum Erlernen von musiktheoretischen Hintergründen. Während mein Prototyp damals natürlich nur sehr holprig und unvollständig umgesetzt war, hat es mich umso mehr erstaunt, als ich vor einem halben Jahr tatsächlich eine iPad-App ausprobieren konnte, die genau das tat – und sich dabei richtig gut und sinnvoll anfühlte!

Blog: Wie macht sich dein Studium in deinem Berufsleben bemerkbar?  
Dhana: Was das Studium bei mir enorm geschult hat, ist ein gutes Abstraktionsvermögen. Ich stehe so oft vor Problemen und Aufgaben, bei denen ich auf dem ersten Blick nicht mal ansatzweise eine Idee habe, wie man sie lösen könnte. An der LMU habe ich gelernt, solche Berge strukturiert anzugehen, mir das notwendige Wissen dafür anzueignen und mir selbst eine Lösung zu erarbeiten. Auch in Sachen Teamwork war mir gerade das Hauptstudium eine große Hilfe. Man kommt so oft in schwierige, verzwickte Situationen mit Menschen, die eigentlich alle das gleiche Ziel erreichen wollen, und sich trotzdem häufig gegenseitig (oder selbst) dabei im Weg stehen. Ich bin froh, nicht im stillen Kämmerlein studiert zu haben, sondern schon erste Erfahrungen in kleinen Projekten gemacht zu haben. Davon profitiere ich nahezu täglich.
Was ich komplett neu lernen musste, sind die organisatorischen Rahmenbedingungen und Strukturen innerhalb des Unternehmens. Da habe ich mich anfangs schon etwas „verloren“ gefühlt und wusste in den ersten Wochen nicht so recht, wohin mit mir. Fachlich stand ich außerdem vor der Misere, dass sehr viele Entwickler in der Firma sehr spezialisierte Studiengänge („Game Development“ etc.) hatten und ich mich mit dem viel breiter ausgelegten Wissen erst in die Tiefe einarbeiten musste. Das war anfangs wirklich schwierig, aber nach einiger Zeit habe ich gemerkt, wie gut sich Neues mit Gelerntem verknüpfen lässt – das hat die anfängliche Unsicherheit schnell wieder wett gemacht.

Blog: Wie bist du denn vom Studium zu deinem Job gekommen?
Dhana: Ich wurde im Abschlussjahr auf einer Messe auf die Gameforge aufmerksam, habe mich auch direkt mit den Recruitern vor Ort unterhalten und hatte direkt ein gutes Gefühl dabei, sodass die Entscheidung kurz danach fiel und ich der „Qual der Wahl“ zum Glück nicht lange ausgeliefert war. Ich habe mich viel über andere Stellen informiert und abgewägt (vor allem Jobmessen und Portale im Netz sind da eine tolle Möglichkeit), aber der Kernpunkt der Entscheidung war dennoch: ich will einen Job, der sich bereits im Vorfeld „gut anfühlt“, sodass ich mir vorstellen kann, jeden Tag gern hin zu gehen, mich dort weiterzuentwickeln (fachlich wie persönlich) sowie Spaß und Erfolgserlebnisse aus der Arbeit zu ziehen.

Blog: Vielen Dank für das ausführliche Interview! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg in deinem Beruf.

Seid ihr auch ehemalige Studenten unseres Studiengangs, oder kennt ihr jemanden dessen Portrait in dieser Kategorie unbedingt noch fehlt, dann mailt uns.

Und was kommt danach? Die Ehemaligenportraits

Was kommt nach dem Medieninformatikstudium? Der Ernst des Lebens? Spaß im Beruf? Das wollen wir von unseren Ehemaligen wissen. In der neuen Kategorie der „Ehemaligenportraits“ hier im Blog verraten unsere Ex-Studenten Geheimnisse wie sie ihr Studium gemeistert haben und was sie jetzt nach ihrem Studium beruflich so machen.

Den Anfang macht morgen Dhana Sauernheimer. Ende 2010 erhielt sie ihr Diplom in Medieninformatik und ist Frontend-Developer bei einer Spielefirma. Mehr dazu erfahrt ihr morgen…

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