Erasmus in Lugano, Schweiz

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Max von Bülow, der das Wintersemester 2012/2013 und das Sommersemester 2013 an der USI in Lugano verbracht hat. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unserer Seite für Auslandsaufenthalte vorbei.

Im Wintersemester 2012/2013 und Sommersemester 2013 habe ich mein 5. und 6. Bachelorsemester an der USI in Lugano verbracht. Für alle die ein Semester an einer kleinen und modernen Uni mit italienischem Flair verbringen wollen ist Lugano ein guter Kandidat! 

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Vorbereitung

Bevor ich mich für mein Erasmus-Jahr beworben habe, hatte ich zunächst Kontakt mit dem Erasmusbeauftragten meiner Fakultät aufgenommen. Ich habe mich für Lugano entschieden, da die angebotenen Kurse sehr gut mit dem Anwendungsfach Mensch-Maschine-Interaktion der Medieninformatik zusammen passen und sich die Informatik Fakultät durch ihre kleinen Kurse und praxisnahen Unterricht auszeichnet. Auch die Lage Luganos in der italienischen Schweiz war interessant, da ich so meine Italienischkenntnisse verbessern konnte, während der Unterricht auf Englisch stattfindet. Deutsch spricht man übrigens in Lugano nicht.

Nach der erfolgreichen Bewerbung an der LMU lohnt es sich sobald wie möglich Kontakt mit dem International Office der USI (www.relint.usi.ch/) aufzunehmen und zu überprüfen, ob alle Unterlagen eigegangen sind. Sobald man in Lugano angemeldet ist, erhält man Zugangsdaten um sich online in Lugano zu registrieren. Das International Office der USI ist sehr gut organisiert und hat immer ein Ohr für die Studenten offen. Am Ende des Prozesses wird man gebeten einige Dokumente nach Lugano zu schicken. Gleichzeitig mit diesem Schritt sollte man den Accomodation Service anschreiben, falls man im Studentenwohnheim wohnen möchte.

Unterkunft

Als erstes sollte man den Accomodation-Service der USI anschreiben (www.alloggi.usi.ch/en) und sich erkundigen ob Plätze im Studentenwohnheim frei sind.

Da ich in meinem ersten Semester keinen Platz im Studentenwohnheim bekommen hatte, musste ich nach WGs und Ein-Zimmer Wohnungen in Lugano suchen. Das Sommersemester endet bereits am 1. Juni und so ist dies auch die beste Zeit um nach Wohnungen zu suchen. Wohnungen und WGs werden in der Uni am schwarzen Brett und auf der Website des Accomodation Service angeboten.

Ein-Zimmer Wohnungen und WGs

Ich habe nach 2-wöchiger Suche in Lugano eine Ein-Zimmer Wohnung gefunden. Es gibt neben dem Studentenwohnheim der Uni „USI Home“ auch ein privates Studentenheim „Casa Studenti“, das sich direkt neben der USI befindet, jedoch sehr teuer ist und nur Verträge für ein Jahr anbietet. Für mich war das Leben in einer Ein-Zimmer Wohnung zu ruhig und so war ich sehr oft im USI Home.

Studentenwohnheim USI Home

Im Laufe des ersten Semesters habe ich mich entschieden auf ein zweites Semester zu verlängern und so konnte ich rechtzeitig ein Zimmer im USI Home reservieren. USI Home befindet sich ca. 3 Minuten von der Uni entfernt. Zum See/Park sind es ca. 5 Minuten, zum Migros (Supermarkt) und Stadtzentrum ca. 8 Minuten. Es gibt Zimmer für ca. 40 Personen (beinahe alle Erasmus-Studenten), wobei die meisten Zimmer Doppelzimmer (350CHF) sind. Besonders Einzelzimmer (500 CHF) sind schnell vergeben. Alle Zimmer haben ein eigenes Bad mit Dusche. Die Zimmer und die Küchen sind in gutem Zustand.

Für mich war das Zusammenleben im USI Home eines der schönsten Dinge in Lugano. Ich habe sehr viel mit meinen Mitbewohnern unternommen und viele Freundschaften geschlossen.

Studium

Fast alle Bachelorkurse (mit Ausnahme der Informatik) werden auf Italienisch gehalten. Alle Masterkurse und die gesamte Fakultät der Informatik sind auf Englisch.
Es werden vor Beginn jeden Semesters zwei intensiv Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Besonders zum Wintersemester lohnen sich diese Kurse sehr. Zum einen ist es für die alltägliche Kommunikation sehr gut etwas Italienisch zu können. Zum anderen nehmen die meisten Erasmus-Studenten an den Sprachkursen teil und so lernt man seine Kommilitonen kennen. Während des Semesters werden Sprachkurse angeboten, die teilweise auf den Intensivkursen aufbauen.

Für uns war die Zeit während des Sprachkurses mit die Beste Zeit in Lugano. Wir hatten viel Freizeit und haben das tolle Wetter am Strand genossen.

Grundsätzlich war die Organisation des Studiums sehr einfach, da uns das International Office immer rechtzeitig über jeden Schritt informiert hat.

Die Anforderungen in der Informatik sind mit München vergleichbar, in manchen Punkten scheint das Studium sogar etwas einfacher, was aber auch an den kleinen Vorlesungen liegen kann (im Bachelor meistens um die 15 Studenten). Die meisten Vorlesungen die ich besucht habe, waren sehr gut. Die Dozenten sind sehr hilfsbereit und gehen gerne auf Fragen und Probleme der Studenten ein. In vielen Kursen sind Gruppenarbeiten ein wichtiger Bestandteil und nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Die Klausuren sind mit unseren zu vergleichen.

Die Informatikfakultät ist sehr gut ausgestattet und hat als einzige Fakultät ein eigenes Gebäude mit einem „open space“, in dem rund um die Uhr gearbeitet werden kann. Es gibt für Informatiker keine Computerräume, da jeder Informatikstudent ein 15 Zoll MacBook erhält. Erasmus-Studenten müssen das MacBook am Ende des Semesters wieder abgeben.

Für alle anderen Studenten ist das „Lab“ über der Bibliothek rund um die Uhr geöffnet.

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Leben in der Gaststadt

Lugano ist eine sehr lebenswerte Stadt. Vom USI Home kann jeder wichtige Punkt in weniger als 10 Minuten erreicht werden. Sehr praktisch ist auch das Bike-Sharing, das für Studenten kostenlos ist. Das Lugano ist wärmer als München, jedoch kann es im Winter auch sehr kalt werden und schneien.

Freizeit

Lugano ist eine kleine Stadt umgeben von einer wunderschönen Landschaft. Sie bietet einen sehr schönen Mix aus Outdoor-Aktivitäten, Aperitivi und Erasmus-Leben im USI-Home. Für Liebhaber von Großraumdiscos ist es eher weniger geeignet.

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Aperitivi

Über die Woche verteilt finden in den Bars und Restaurants regelmäßig Aperitivi statt. zu vergleichen mit After Work Partys gibt es meist ein großes Buffet und man muss lediglich die Getränke zahlen. Im Verlauf des Abends wird die Musik aufgedreht und die Party geht los. In Lugano gibt es 3 große Aperitivi: Gabbani am Mittwoch mit dem besten Essen, Parco Ciani „La Villa“ am Donnerstag mit der besten Party und Metamorphosis am Freitag mit schicker Atmosphäre. Wir sind regelmäßig zu den Aperitivi gegangen, da sie die beste und günstigste Mischung aus Essen und Party bieten.

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Sommer

Besonders im Sommer zeigt sich Lugano von der schönsten Seite. Es gibt einen sehr schönen Stadtstrand („Lido“) der an das städtische Schwimmbad angeschlossen ist. Der Eintritt beträgt für Studenten nur 2CHF, also ca. 1,80€. Gelegentlich finden dort auch Beach-Partys statt.

In der Innenstadt locken die Mojitobar direkt am See und die zahlreichen Festivals die von Juni bis September fast jede Woche stattfinden. Es gibt auch eine Reihe an sehr schönen Stadtparks, die es lohnt zu besuchen. In einigen Parks gibt es öffentliche Grillplätze. Manchmal haben wir auch unsere Kollegen im Studentenwohnheim der SUPSI „La Lanchetta“ besucht, die eine herrliche Terrasse am See haben.

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Winter

Im Winter wird die gesamte Innenstadt festlich geschmückt und es gibt einen kleinen Weihnachtsmarkt. Da die Alpen nicht weit entfernt sind, kann man Tagesausflüge zu den Skigebieten Andermatt, Splügen und Airolo machen. Andermatt ist einfach mit dem Zug zu erreichen und ist dank der hohen Lage von fast 3000 Meter sehr schneesicher. Besonders da es ein Spezialangebot für USI Studenten gibt (Tageskarte 25CHF, ca 20€), lohnt sich ein Ausflug. Etwas weiter weg, aber gut für ein Wochenende, sind auch die Skigebiete Matterhorn (Cervinia), St. Moritz und Davos.

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USI Sport

Es gibt einen sehr gut organisierten UNI-Sport der ein breites Spektrum an Sportarten anbietet und einige Vergünstigungen für Studenten organisiert hat. Dazu gehört Mountainbiking, Surfkurse, Klettern, Skifahren, Paragliding und vieles mehr. Ich kann die mehrtägigen Ausflüge sehr empfehlen.

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Ausflüge nach Italien

Lugano ist gut per Bahn an Mailand angeschlossen. Mit dem Ticket für Regional Züge kann man für 30CHF hin- und zurückfahren. Plant man öfters mit der Bahn zu fahren lohnt sich ein Halbtax-Abo (ähnlich BahnCard 50) für 150CHF. Für weitere 150CHF kann man mit Gleis 7 immer nach 19 Uhr kostenlos mit der Bahn fahren. Von Mailand aus kommt man mit der Bahn ( www.treniitalia.it , www.italotreno.it ) sehr schnell und günstig in alle großen Städte Italiens (z.B. Rom in ca. 3 Stunden für 39€).

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Fazit

Ich hatte ein sehr schönes Jahr in Lugano. Die moderne und überschaubare Uni hat mir gut gefallen und ich konnte viele Kurse belegen. Ich habe die wunderschöne Lage und das gute Wetter in Lugano sehr genossen und wunderschöne Ausflüge gemacht. Das Zusammenleben mit den Erasmus-Studenten aus anderen Ländern war sehr schön und eine bereichernde Erfahrung.

Erasmus in Århus, Dänemark

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Johanna Fulda, die das Wintersemester 2013/2014 in Århus verbracht hat. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unserer Seite für Auslandsaufenthalte vorbei. 

Im Wintersemester 2013/14 verbrachte ich mein drittes Master-Semester in Dänemark an der Århus University. Da die Uni eine Partneruni der Medieninformatik ist und ich unheimlich gerne mal für etwas längere Zeit in ein skandinavisches Land gehen wollte, fiel mir die Wahl sehr leicht.

Vorbereitung

Nachdem ich die reguläre Erasmus Bewerbung ausgefüllt hatte und eine positive Rückmeldung bekam, musste man sich online einschreiben und auch direkt Kurse wählen. Das war insofern interessant, dass man schon mal sah welche Veranstaltungen dort überhaupt angeboten wurden, im Endeffekt kann man die Kurse aber dann vor Ort schon auch noch mal ändern. Früher konnte man sich bei der Online-Anmeldung auch gleich für ein Zimmer bewerben, allerdings wurde das wohl inzwischen abgeschafft. Ich hab meine Wohnung aber auch unabhängig von der Uni gefunden, das war zwar recht spannend, da die Wohnungssituation in Århus leider ähnlich angespannt ist wie in München, aber die Uni gibt Tipps und wenn man sich rechtzeitig darum kümmert, findet man schon was. Ich fand schließlich über „ungdomsboligaarhus.dk“ ein sehr schönes Zimmer in einer Zweier-WG zusammen mit einer Dänin, 4 km vom IT-Campus entfernt. Alles Weitere war dann sehr unkompliziert. Jeder internationale Student bekommt nämlich einen Mentor zugeteilt, der einen bei Bedarf vom Bahnhof abholt und zur Wohnung bringen kann. Wir hatten das Glück zwei ganz tolle Mentoren zu haben, die sich gleich um alle acht Computer Science Exchange-Students kümmerten. Das half besonders die ganzen Formalitäten am Anfang zu erledigen und wir lernten uns außerdem untereinander sehr schnell kennen. Und auch das International Center kümmert sich ums Eingewöhnen. In der „Introduction Week“ bieten sie neben all den formalen Sachen auch viele Aktivitäten wie Stadtführungen, Grillen, Parties usw.

Studium

Die Semester sind noch unterteilt in zwei Einheiten und pro Quater hat man normalerweise drei Kurse. Mit denen ist man allerdings schon ganz gut beschäftigt, weil es meistens wöchentliche Abgaben gibt und man auch immer einige Papers zu lesen hat um am Ball zu bleiben. Die meisten Vorlesungen sind sehr aktuell und es gibt immer wieder Gast-Vorlesungen (z.B. sitzen Google, Vmware und Bang & Olufsen direkt am Campus, in der IT City Katrinebjerg). Viele Kurse sind sowohl für Computer Science als auch IT studies, d.h. die Auswahl ist sehr groß und interessant! Die meisten Kurse gehen nur über ein Quater und werden mit einer Prüfung abgeschlossen. Oft sind das mündliche Prüfungen, in denen man erst selbst ein paar Minuten zu einem bestimmten Thema vorträgt und dann noch ein paar Fragen gestellt bekommt. Häufig bekommt man zur Vorbereitung 5-10 Fragestellungen und in der Prüfung wird dann ein Thema zufällig gezogen. Zwar sind diese mündlichen Prüfungen eher ungewohnt für uns, aber die Professoren sind alle sehr freundlich und helfen bei Bedarf auch mal auf die Sprünge. Und der Vorteil ist, dass die Prüfung nur ca. 20 Minuten dauert und man seine Note direkt danach schon erfährt.

Campus

Der IT-Campus ist etwas abseits vom Universitätspark, in dem die meisten anderen Fakultäten sind. Dafür ist er super modern und stylisch, ausgestattet mit Sofas, Hängematten, Tischtennis, Kicker und Billardtischen. Man hat viel Platz zum Lernen und auch z.B. für Gruppenarbeit. Es gibt viele kleine Räume, die jedem zur Verfügung stehen und mit Whiteboard und extra Bildschirm ausgestattet sind. Zur Prüfungszeiten sind sie dann zwar schon gut belegt, aber normalerweise findet man immer einen Platz um in Ruhe oder gemeinsam mit Kommilitonen zu arbeiten.

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Zum Studentenausweis bekommt man einen Code, mit dem man zu vielen Gebäuden am Campus Zugang hat. Es gibt z.B. einige riesige und super ausgestattete Labs in die man jederzeit rein kann, wenn man an einem Projekt arbeitet. Außerdem gibt’s die „Regnecentralen“, einen großen und gemütlichen Gemeinschaftsraum mit voll ausgestatteter Küche, in dem wir so ziemlich jeden Mittag und Abend verbrachten und wo man schließlich auch mit den dänischen Kommilitonen mehr in Kontakt kam. Jeden Freitag offenbarten sich dann außerdem noch neue Seiten des Campus, denn mittags wird hier eine Bar aufgebaut und es gibt (für Dänemark) günstiges Bier, Pizza und Gesellschaftsspiele. Die sogenannten „Fridaybars“ gibt es an jeder Fakultät und sie sind ein sehr netter Start ins Wochenende.

Århus

Als die zweitgrößte Stadt in Dänemark hat Århus natürlich auch kulturell und künstlerisch vieles zu bieten. Besonders im Sommer ist der neue Hafen toll, es gibt Strandbars, Beachvolleyballplätze und Kunst-­Zeug. Außerdem ist Anfang September immer das „Århus Festival“. Eine Woche mit tausenden Konzerten, Events, Food-Markets und sonstigen Happenings. Und es gibt das ARoS, das Wahrzeichen von Århus. Als Student kann man hier relativ günstig ein Jahresticket bekommen, mit dem man dann jederzeit (mit Begleitperson) rein kann. Und wechselnde Ausstellungen und der supercoole Panorama-Regenbogen laden dazu ein öfter mal hin zu gehen.

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Und Århus hat die goto conference. Eine internationale Software Developer Konferenz, auf der schon so einige Technologie-Neuheiten präsentiert wurden und die jedes Jahr Ende September/Anfang Oktober stattfindet. Da die Tickets recht teuer sind, gibt es viele Studenten die dort als Crew mithelfen und dafür umsonst in die Vorträge gehen und die vielen Vorzüge der Konferenz auskosten können. (Beste kulinarische Verpflegung, Tech-Goodies, unzählige T-Shirts und der besonders coole Abschlussabend mit Abendessen und anschließender Open Bar mit allen Helfern und auch vielen der Referenten – beste Gelegenheit zum Horizont erweitern und networken).

Sprache & Land

Als Austauschstudent hat man die Möglichkeit kostenlos einen Dänischkurs zu belegen. Leider hat das bei uns nicht geklappt, da man um ihn umsonst machen zu können erst eine CPR-Number braucht (die man am Anfang beantragen muss – wie das genau geht steht ausführlichst im Student Guide und die IC Leute erklären es dann auch gerne nochmal). Die Ausstellung dieser Nummer hat allerdings recht lange gedauert, so dass wir dann als sie kam schon so im Studienalltag eingespannt waren, dass es nicht mehr richtig reinpasste in den Stundenplan. Und da jeder Däne (Skandinavier im Allgemeinen) so perfekt englisch spricht, kommt man schon auch ohne Dänisch bestens zurecht. Natürlich wäre es schön gewesen ein bisschen die Sprache zu lernen – immerhin versuchten unsere Mentoren uns immer wieder ein paar Worte beizubringen und halfen uns bei der Übersetzung von Mietverträgen und behördlichen Schreiben.

Lebenshaltungskosten

Bevor ich nach Dänemark ging, hörte ich die schlimmsten Geschichten wie viel alles kostet und dass man sich dort nur noch das nötigste leisten kann – besonders Alkohol! Aber im Endeffekt war alles halb so schlimm. Wenn man Münchner Preise gewöhnt ist, schockt einen ja nichts mehr. Ein bisschen mehr kosten die Dinge im Supermarkt schon, aber es gibt immer gute Angebote und günstige Marken, die man sich als Student schon leisten kann. Bier kostet in einer Bar zwar schon deutlich mehr, aber durch die vielen Fridaybars und sonstige studentische Veranstaltungen kommt man auch hier gut über die Runden. Essen gehen ist vielleicht was, was man dann doch nicht allzu oft macht.

Reisen & Ausflüge

Die ersten Wochen im September waren noch sehr sommerlich und warm und wir nutzen die Zeit um Århus selbst bisschen kennenzulernen. Da dann aber im ersten Quater nicht allzu viel Zeit für größere Exkursionen blieb, verschoben sich all unsere Touren in den Spätherbst und Winter. Mitte November verbrachten wir eine Woche in Norwegen und das erste was wir von unserem Gastgeber in Oslo hörten, war, dass November eigentlich die denkbar schlechteste Zeit wäre um Norwegen zu besuchen. Überraschenderweise hatten wir dann aber doch ein paar total sonnige und schöne Tage in Oslo und Bergen und eine landschaftlich unglaublich tolle sechsstündige Zugfahrt von Bergen nach Oslo. Sehr empfehlenswert! (In Norwegen sind die Preise allerdings tatsächlich unglaublich hoch – da wir bei Privatleuten übernachtet und uns selber versorgt haben, ging’s dann aber auch wieder).

reisenEine zweite größere Tour machten wir zwischen Weihnachten und Silvester nach Schweden. Auch hier nicht die Haupttouristenzeit, dafür nehmen die Skandinavier – und besonders die Schweden – Weihnachten sehr ernst und die Städte waren reine Lichtermeere und weihnachtliche Idyllen. Wir machten die Runde Malmö, Lund und Göteborg – drei total schöne Städte!

Studenterhus

Das Studenterhus ist ein großes Gebäude direkt am Universitätspark in dem häufig Parties, Konzerte, Filmabende und ähnliches angeboten werden. Im Keller gibt es eine Bar in der man 100 verschiedene Biersorten (zu okayen Preisen) bekommen kann. Außerdem verleihen sie dort Fahrräder! Für 600 Kronen (~80 Euro) kann man hier für das ganze Semester ein ordentliches Fahrrad ausleihen – das lohnt sich auf jeden Fall und macht mehr Sinn, als sich ein billiges neues zu kaufen. Und die Studenterhus-Leute bieten auch immer wieder Trips z.B. nach Billund ins Legoland oder nach Skagen (die nördlichste Spitze Dänemarks) an. Allerdings haben wir uns meistens einfach ein Auto ausgeliehen und sind selbst rumgefahren. Um am Anfang aber Kontakte zu knüpfen und auch internationale Studenten von anderen Studiengängen kennenzulernen ist das sicherlich eine gute Gelegenheit.

Fazit

Das Semester in Århus war eine super tolle Zeit. Es war spannend einen Einblick in das skandinavische Bildungssystem zu bekommen. Ich konnte viele neue Themen kennenlernen und andere vertiefen. Und obwohl das Studium zeitweise recht zeitintensiv und anspruchsvoll war, blieb doch auch Zeit um den hohen Norden etwas besser kennenzulernen, die vielen kulturellen Angebote von Århus wahrzunehmen und das dänische Leben zu genießen.