Erfahrungsbericht: Ein Semester in Edmonton

Der folgende Artikel ist ein Erfahrungsbericht von Sven Osterwald, der seit dem Wintersemester 2012/2013 an University of Alberta im kanadischen Edmonton studiert. Falls du auch Interesse an einem Auslandssemester hast, schau auf unsere Seite für Auslandsaufenthalte vorbei. Ansprechpartner und weitere Infos speziell zu Edmonton finden sich am Ende des Artikels.

University of Alberta
University of Alberta
Ich habe das große Glück ein ganzes Jahr an der University of Alberta in Edmonton (Kanada) studieren zu dürfen. Wer Outdooraktivitäten liebt und mal einen richtigen Winter erleben möchte, ist hier genau richtig. Die Universität ist von der Größe und dem Angebot vergleichbar mit der LMU. Sie besteht aus einem großen Campus, der nur durch den Saskatchewan River von der Downtown getrennt ist. Ich wohne in einer 2er-WG in einem Wohnheim nur für Masterstudenten. Da die Wohnung auf dem Campus gelegen ist, kann ich alles bequem zu Fuß erreichen. Für internationale Studenten sind in einigen Wohnheimen Plätze garantiert, wenn man sich rechtzeitig bewirbt. Vor allem an Anfang vom Semester werden hier sehr viele Veranstaltungen angeboten. Außerdem gibt ein großes Sportzentrum, das ohne zusätzliche Gebühren genutzt werden kann. Gute Leistungen zeigen die beliebten Uni-Teams, die regelmäßig in zum Beispiel Football oder Icehockey angefeuert werden können.

Kurse
Im Gegensatz zu einem direkten Austausch der Arbeitsgruppe Medieninformatik bin ich hier in der Computer Science Fakultät mit Schwerpunkt Machine Learning. Aber man findet auch hier interessante Kurse. Das Masterstudium ist sehr viel forschungsorientierter als in Deutschland, und so wird in den allermeisten Fällen auf Klausuren verzichtet. An deren Stelle treten Assignments, die über das Semester zu bearbeiten sind, und ein Kursprojekt, in dem ein Aspekt des Kurses näher untersucht wird. Das Thema kann meist selbst gewählt werden und so kann man des öfteren versuchen seine Interessen durchzusetzen. Den Arbeitsaufwand finde ich im Vergleich zu Deutschland höher aber kontinuierlich über das Semester verteilt. Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen zwei und 16 Studenten. Mit drei Kursen pro Semester (entspricht der Mindestanzahl) ist man mehr als ausgelastet und bearbeitet mehr als reguläre Graduate-Studenten, die schon während des gesamten Masters für ihre Masterarbeit forschen. Bei Undergraduates ist es wiederum normal und viel einfacher drei Kurse zu meistern.

Ablauf
Es empfiehlt sich zuerst über die Austauschmöglichkeiten und örtlichen Begebenheiten zu informieren, bevor die frühzeitige Bewerbung bei LMUExchange eingereicht wird. Es gibt nur begrenzt Plätze an den jeweiligen Universitäten, deswegen sollte man seinen Auslandsaufenthalt gut begründen. Ebenso sollte sich um alle Angelegenheiten wie Visum, Unterkunft, Flüge, etc. möglichst früh gekümmert werden, da es erfahrungsgemäß immer eine Stelle gibt, auf die gewarten werden muss. Die Erfahrungen und Tipps von Studenten, die schon einmal vor Ort waren, helfen ungemein. Die Anreise erfolgte bei mir ein paar Tage vor dem eigentlichen Semesterbeginn. Das International Center bietet eine Einführung in den Unialltag an (genannt Transitions), die bestens zum Kennenlernen andere Studenten beitrug. Das Semester startet Anfang September und dauert bis kurz vor Weihnachten, wobei der Dezember fast auschließlich für Klausuren und Projektabgaben genutzt wird. Nach den Weihnachtsferien geht es auch direkt wieder weiter mit dem Wintersemester bis April. Demnach heißt es viel studieren und nebenbei Kanada erleben. Hat man eine Study-Permit bleibt danach nocht ausreichend Zeit andere Teile Kanadas oder der USA zu besuchen.

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Kanada
In Kanada gibt es fast unbegrenzte Möglichkeiten. Edmonton besticht durch seine unschlagbare Nähe zu den Rocky Mountains und den Nationalparks Banff und Jasper, die jederzeit zu einem Wochenendausflug einladen.
Man hat hier die Möglichkeit jede Art von Outdooraktivitäten auszuprobieren und durchzuführen. Im Sommer kann man Wandern, Mountainbiken, Kajak fahren, und unendlich mehr. Gar nicht näher eingehen kann ich auf die wunderbare Natur. Überall gibt es Flüsse, Seen, Berge, Canyons, Wälder und einiges an sehenswerter Geschichte und Kultur. Des Weiteren ist Kanada prädesziniert für Wintersportarten, wie Skifahren, Langlauf, Schlittschuhlaufen, (Schneeschuh-)Wandern, Iceclimbing und vieles mehr! Kanada ist ein sehr großes Land und es wartet nur darauf, weiter entdeckt zu werden, zum Beispiel durch einen Abstecher in den Westen nach Vancouver und Vancouver Island, eine Reise in den Osten nach Toronto oder Ottawa, oder eine Fahrt nach Norden in die endlose Wildnis des Yukon. „Wildlife watching“ ist überall möglich, und so bekommt man Bären, Elche und Adler vor die Linse (um nur die spannendsten Tiere zu nennen).

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Edmonton
In Edmonton selbst kann NHL Eishockey bestaunt werden genauso wie die West Edmonton Mall, Nordamerikas größte Shoppingmall mit Indoor-Freizeitpark und Waterpark. Direkt vor den Toren der Stadt liegt Elk Island National Park, der Sommer wie Winter Bisons zu bestaunen hat. Es ist großartig mal einen richtigen Winter erleben zu dürfen. Es liegt von Ende Oktober an durchgehend Schnee, der immer wieder aus der Stadt transportiert werden muss, da er sich sonst zu hoch anhäuft. Die Temperaturen können schonmal richtig kalt werden, man gewöhnt sich aber relativ schnell daran und freut sich so auch umso mehr wieder auf den Sommer, denn der ist genauso wie in Deutschland. Das Transportsystem ist gut ausgebaut und es gibt jede Menge Essensstände, Bars und Clubs im Umkreis von ein paar Blocks. Mit etwas Glück sieht man Polarlichter in der Stadt!

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Weitere Informationen
Selbstverständlich kann ich für Fragen oder weitere Informationen kontaktiert werden (osterwald@cip.ifi.lmu.de). Des Weiteren bietet das Referat für internationale Angelegenheiten jährlich einen Infotag an, bei dem viele Unis vorgestellt und wertvolle Tipps verraten werden. Weiterhin liegen viele Erfahrungsberichte aus. Es gibt einige andere Partneruniversitäten, die ebenso mit LMUExchange besucht werden können. Die Vorteile dabei sind, dass die enormen Studiengebühren im Ausland nicht gezahlt werden müssen, das Annahmeverfahren stark vereinfacht ist und es zahlreiche Vorbereitungsseminare gibt, die einen gezielt auf das Auslandsjahr und Gastland vorbereiten. Außerdem lernt man dabei unter anderem andere Studenten kennen, die ebenso an der Uni studieren werden, jedoch aus anderen Fachbereichen kommen, und kann ehemalige Austauschstudenten fragen. Abschließend kann ich nur jedem empfehlen die bestehenden Möglichkeiten wahrzunehmen und ein Auslandssemester oder -jahr einzulegen, denn es ist eine Erfahrung fürs Leben.

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